Neuer Stolperstein

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32.000 Gedenksteine für Opfer des Nazi-Terrors hat Gunter Demnig in 700 Städten ins Straßenpflaster gemauert. Foto: Fuchs

Gedenken an Martha Weidmann

Quickborn. Der Aktionskünstler und Initiator dieses Projekts, Gunter Demnig, hat am Sonnabend den siebten Stolperstein in Quickborn verlegt. Nach dem Kommunisten Paul Warnecke, der in einem Birkenwäldchen am Harksheider Weg erschossen wurde, dem Gewerkschafter Hermann Hinrichs, der zuletzt in der Fritz-Reuter-Straße wohnte, dem Redakteur Richard Weise, der in der Friedrichsgaber Straße lebte, bevor ihn die Nazis ins KZ Buchenwald verschleppten, dem Polizisten Max Kellermann aus dem Lerchenweg, dem polnischen Zwangsarbeiter Jan Sodczyk in der Friedensstraße und der Behinderten Magda Janzen, die aus ihrem Haus in der Kieler Straße verschleppt und später umgebracht wurde, soll nun ein Gedenkstein an Martha Weidmann als Opfer des Nationalsozialismus erinnern.
Martha Weidmann, die zuletzt in der Heinrich-Lohse-Straße in Quickborn lebte, wurde 1943 mit 41 Jahren als psychisch kranke Person in der Landesheilanstalt Hadamar ermordet. Sie war eines der zahlreichen Euthanasie-Opfer im Dritten Reich. Die Initiative selbstbewusstes Quickborn hat in jahrelanger Recherche und Geschichtsforschung diese Opfer der Nazi-Herrschaft ausfindig gemacht und dafür den Künstler Demnig gewonnen. Dieser hat in den vergangenen zehn Jahren in rund 700 Städten in Deutschland und anderen europäischen Ländern 32.000 Messingplatten genau dort in den Bürgersteig zementiert, wo diese von den Nazis ermordeten Menschen zuletzt gelebt haben. In Quickborn war Demnig 2009 und Anfang dieses Jahres tätig. Der Künstler legt Wert darauf, die Stolpersteine selber in den Asphalt einzumauern, deshalb war er am frühen Sonnabendmorgen in der Heinrich-Lohe-Straße 5, nahe der Feldbehnstraße, aktiv. (bf)
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