NoBig-Projekt: Mehr als nur Unterricht

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Die Betreuerinnen der NoBiG spielen mit den Kindern während die Mütter Deutsch lernen Foto: aj
Norderstedt: Moorbekstraße 19 |

Mutter-Kind-Kurs: Während die Kinder spielen, lernen Mütter Deutsch

Von AnjaJunghans-Demtröder
Norderstedt
Der Spagat zwischen Kindererziehung und Berufsleben ist viel komplizierter, als ursprünglich gedacht. Dies gilt ganz besonders für geflüchtete Frauen, die nur über geringfügige Deutschsprachkenntnisse und keine Berufsausbildung verfügen.
„Durch den Mangel an Krippenplätzen in Norderstedt bleiben den Frauen viele Kursangebote versagt“, hat Ulrike Schymanski erkannt und im März mit der Norderstedter Bildungsgesellschaft (NoBig) ein Mutter-Kind-Projekt ins Leben gerufen, das an vier Vormittagen in der Woche Deutschunterricht für geflüchteten Frauen bei gleichzeitiger Kinderbetreuung ermöglicht. „Das Projekt richtet sich an Mütter mit unsicherer Bleibeperspektive, die aufgrund des andauernden Asylverfahrens von der Ausbildungsförderung weitgehend ausgeschlossen sind“, sagt Initiatorin Schymanski.

Elementare Sprachkenntnisse erwerben

Die Projektleitung zielt auf das Erreichen elementarer Sprachkenntnisse sowie das Erlernen wichtiger Gesellschaftsnormen, die der Alltagsunterstützung dienen. Zwei Betreuerinnen und eine Mitarbeiterin im Bundesfreiwilligendienst kümmern sich während des Unterrichts der Frauen im Nebenraum des multikulturellen Zentrums (MuKu) um den Nachwuchs. Während Hila, Muhammad und Nursin ihrem Spieltrieb folgen, fordert Deutschdozent Zorab Noori die Mamas auf, ihre Hobbies vorzustellen. „Ich backe gerne Kuchen“, sagt Mariam aus Syrien und übergibt das Wort an ihre Nachbarin Sonia. „Lesen macht mir großen Spaß“, berichtet die Afghanin in gut verständlichem Deutsch. „Das Sprachniveau der Teilnehmerinnen hat sich gut entwickelt. Bei Verständigungsproblemen helfen Bildbeispiele, Gestiken oder Übersetzungen in die Muttersprache“, erklärt Noori, der die arabische, kurdische und persische Sprache beherrscht.

Betriebspraktika

Neben dem Erwerb von Sprachkenntnissen erhalten die Frauen auch einen Überblick über das deutsche Ausbildungssystem und lernen bestimmte Berufsfelder kennen. „Es besteht die Möglichkeit durch praktische Tätigkeiten in den Werkstätten der Jugendaufbauwerk-Einrichtungen oder durch Betriebspraktika berufliche Potentiale zu entdecken“, sagt Pädagogin Schymanski. Was die berufliche Integration auf dem Arbeitsmarkt anbelangt, haben die Damen schon genaue Vorstellungen. „Ich möchte gerne Verkäuferin werden“, sagt Frewein aus Eritrea, während Mariam den Beruf einer Köchin ins Auge gefasst hat. Die Bildungsmaßnahme wird vom Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig Holstein finanziert und dauert bis zum Ende des Jahres. „Es nehmen derzeit acht Frauen teil. Wenn jemand aus dem Kurs ausscheidet, dann besetzen wir auch gerne neu, aber es sollte das erarbeitete Sprachniveau passen“, sagt Ulrike Schymanski.

Kontakt: Ulrike Schymanski, Mobil: 0176/219 602 07 oder ulrike.schymanski@nobig.de. Weitere Infos: NoBig
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