Norderstedt: Flüchtlinge wollen zügig Arbeit finden

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Shamel Haj Ahmad (l.) mit Dolmetscher Mohamed Gaber und Berufsberaterin Marlies Rathsack Foto: Nowatzky

Sprache ist der Schlüssel für Integration, weiß Berufsberaterin Rathsack

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Der 19-jährige Shamel weiß genau, was er will:
Flugzeuggerätemechaniker oder 3-D-Programmierer möchte der junge Syrer werden und darauf arbeitet er hin. Nach einem knappen Jahr im Berufsbildungszentrum empfiehlt Marlies Rathsack von der Arbeitsagentur, möglichst schnell noch einen Deutschkurs zu starten. Das ist die Bilanz eines von über 50 Gesprächen mit Flüchtlingen aus der Unterkunft Harkshörn im Konferenzraum des Rathauses. Der Nachmittag war das Pilotprojekt einer gemeinsamen Aktion von Stadt, Jobcenter, Arbeitsagentur und Entwicklungsgesellschaft Norderstedt. Das Ziel: Möglichst für jeden Asylbewerber den nächsten Schritt in einen möglichen Berufsweg finden. Dieser Sprechtag soll künftig auch für alle anderen größeren Unterkünfte angeboten werden.„Das Besondere ist, dass hier die Experten für Sprachkurse, Anerkennung von Abschlüssen, Jobcenter und Arbeitsagentur alle zusammen sitzen. So kann jeder Flüchtling zum passenden nächsten Schritt beraten werden“, erklärt Integrationsbeauftragte Heide Kröger. Statt Zeit bei der Suche nach der richtigen Ansprechperson zu verlieren, wird hier direkt über passende Maßnahmen gesprochen – oft mit Hilfe der anwesenden Dolmetscher. Und so ist vor allem Deutschlernen auf unterschiedlichen Stufen das Hauptthema. Auch für Shamel, obwohl der 19-jährige in seinem einen Schuljahr in Deutschland schon viel gelernt hat. „Für eine Ausbildung brauchen die Flüchtlinge mindestens Sprachniveau B2“, erklärt Rathsack, die als Berufsberaterin für alle Flüchtlinge bis 25 Jahre im Kreis Segeberg verantwortlich ist. Die klaren Vorstellungen des Syrers zur Ausbildung sind für sie die Ausnahme. „Die meisten haben das erste Mal überhaupt die Wahl, was sie machen möchten. In ihrer Heimat haben die Eltern vorgegeben, was sie arbeiten“, erzählt sie. Mit der dualen Ausbildung hier ist das in der Regel nicht zu vergleichen, daher ist die Anerkennung von Abschlüssen meist schwierig oder unmöglich. Dagegen ist Shamel schon gut aufgestellt. Wenn er genug Deutsch kann, will er eine Ausbildung beginnen und danach vielleicht noch das Abitur machen. Zwölf Jahre Schule in Syrien und ein Jahr in Norderstedt kann er schon vorweisen.
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