Norderstedt: Mit Kultur zur Integration einladen

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Die Artistenschule mit Abdeslam Kourchi ist ein Angebot aus der neuen KKN Broschüre der Stadt Foto: Nowatzky

Artisten-Kurse, Konzerte und Theater-AG als Willkommensgruß für geflüchtete Kinder

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Drei Mandarinen fliegen durch die Luft, ganz locker und leicht zeigt Abdeslam Kourchi worum es bei der neuen Kulturkarte Norderstedt („KKN“) geht: Mit neuen Angeboten Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund ins Norderstedter Kulturleben zu integrieren. Seine Artistenschule ist dabei nur ein Baustein des Paketes, das Rüdiger George, Leiter der Musikschule und Susanne Martin vom WillkommenTeam vorstellten. Derzeit leben rund 160 Kinder und Jugendliche in den Flüchtlingsunterkünften im ganzen Stadtgebiet, sie alle sollen mit der Kulturkarte kostenfrei Konzerte des Musikvereins und der Musikschule sowie die Norderstedter Museen besuchen und vor allem kostenfrei regelmäßige Angebote der neuen Broschüre Kulturkarte nutzen. 14 Kurse oder Workshops hat George zusammengetragen. Von A wie Artistenschule bis T wie Theater-AG gibt es ab dem 1. Februar Angebote für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren. Zum Teil sind bestehende Kurse in der Broschüre zu finden, einige, wie „Grünzeug: Deutsch lernen in und mit der Natur“, sind speziell für Kinder mit Migrationshintergrund neu. Finanziert wird die Karte zum einen von der Stadt, die dafür jeweils 10.000 Euro in den Haushalt 2016 und 2017 einplante. Zusammen mit Spenden des Rotary Club Norderstedt, der Kulturstiftung und einer vierstelligen Einzelspende werden Kursleiter und Material für die Kurse finanziert.

Dreisprachige Kursbeschreibung


Die Broschüre hat Susanne Martin mit ihrem Team gestaltet. Alle Kurse sind auf Deutsch, Englisch und Arabisch beschrieben. Mit den „KKN“–Broschüren und den Karten will das Willkommen-Team jetzt in den Unterkünften Werbung für die Angebote machen. „Das wird nicht einfach. Die Hemmschwelle zu solchen Angeboten zu gehen, ist groß und bei den Familien gibt es meist jetzt andere Prioritäten“, sagt Martin. Und verschweigt auch nicht: „Bei Familien, die schon länger da sind, ist manchmal auch schon eine gewisse Lethargie eingetreten.“ Heißt: Die Kulturkümmerer des Willkommen-Teams müssen aufrütteln und Werbung für die integrativen Kurse machen. „Mehr Unterstützung dabei wäre toll“, sagt Martin. Denn vor allem am Anfang werden Begleiter gesucht, die gemeinsam mit den Kindern oder Jugendlichen mit Bus und Bahn, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu den Terminen fahren, die Wege zeigen und für etwas Regelmäßigkeit sorgen.

Meldungen nimmt das Willkommen-Team unter 040/638 612 61 entgegen. Zunächst gibt es die Karte nur für Kinder und Jugendliche in den Unterkünften. Ob das Angebot später ausgeweitet wird, steht noch nicht fest.
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