Norderstedt nimmt Verkehrssünder ins Visier

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An der Oadby-and-Wigston-Straße steht jetzt eine der vier hoch modernen Blitzer-Säulen Foto: Fuchs

Startschuss für städtische Verkehrsüberwachung in Eigenregie gefallen

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt
Als erste kreisangehörige Stadt im Land nimmt Norderstedt jetzt in Eigenregie Verkehrssünder aufs Korn. Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote gab nun den offiziellen Startschuss für die städtische Verkehrsüberwachung des fließenden Verkehres an Unfallschwerpunkten, in Tempo-30-Zonen, vor Schulen und Kindergärten. „Unser Ziel ist es, die Schulwege für die Kinder sicherer zu machen und den Lärm in den Wohngebieten zu vermindern“, sagte Grote.
Zwei Jahre lang hatte die Verwaltung der größten Stadt des Kreises mit Polizei und Kreisbehörde in dieser Sache verhandelt und interveniert. Dafür hat sie jetzt zunächst vier runde Blitzer-Säulen, die den Verkehr in beiden Richtungen überwachen und fotografisch festhalten können, geleast sowie ein Fahrzeug für mobile Geschwindigkeitskontrollen angeschafft. Das werde die Stadt 405.000 Euro im Jahr kosten, sagte Grote. Hinzu kämen noch mal rund 300.000 Euro für fünf mobile Kontrolleure und drei Mitarbeiter in der Bußgeldstelle. Grote: „Wenn sich alle an die Spielregeln halten, zahlt kein Autofahrer einen Cent an die Stadt Norderstedt. Wer dies nicht tut, hat selber schuld.“ Allen denjenigen, die ihm im Vorfeld vorgeworfen hätten, dieses Vorhaben sei „Abzocke, Beutelschneiderei oder eine Bevormundung der Bürger“, wie er in Gesprächen oft gehört hätte, irrten sich deshalb gewaltig. „Uns geht es überhaupt nicht um die Einnahmen, sondern in erster Linie um die Sicherheit und Nachtruhe für die Bürger.“ Darum würden auch die von 22 bis 6 Uhr morgens geltenden Tempo-30-Regelungen wie in der Poppenbütteler Straße und in der Niendorfer Straße, wo zwei der Blitzgeräte aufgestellt wurden, sukzessive auf das ganze Stadtgebiet ausgeweitet. Dass es offenbar viele Raser unter den Autofahrern gebe, zeigte sich in dem 13-tägigen Probebetrieb, wie Verwaltungschef Grote sagte. So seien an den drei Messstellen insgesamt 5000 Temposünder erwischt worden, darunter einige, die nachts mit mehr als 100 km/h durchs Stadtgebiet gerast waren. Der Spitzenreiter sei einer mit 112 km/h um 1.50 Uhr in einer Tempo-30-Zone gewesen. „Das ist schon erschreckend“, befand Grote. Die beiden anderen Blitzgeräte stehen an dem neuen Teilstück der Oadby-and-Wigston-Straße beziehungsweise werden an der Zufahrt zum Arriba-Bad-Parkplatz an der Schleswig-Holstein-Straße aufgestellt, wo sich 2014 mehrere tödliche Unfälle abspielten. Zusätzlich werden die Kreuzungen Niendorfer Straße/Tesa-Zentrale, Schleswig-Holstein-Straße/Poppenbütteler Straße/Stormarnstraße sowie Hummelsbütteler Steindamm/Poppenbütteler Straße mit Blitzgeräten für Rotsünder ausgestattet.
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