Norderstedter helfen in Nepal

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Kinder einer nepalesischen Grundschule, fotografiert vor wenigen Monaten. Wie es ihnen heute geht, ist ungewiss Repro: ut
 
In Sheepur besuchten die Norderstedter eine Schulstunde Repro: ut

Verein „Chance for Life Nepal“ kümmert sich um Bildung. Jetzt Spenden für Erdbebenopfer erbeten

Von Ulrich Thiele
Norderstedt
Als Günter Sprenger, der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins „Chance for Life Nepal“ von dem Erdbeben in dem südasiatischen Land hörte, setzte er sich sofort ans Telefon. Der Norderstedter hat viele Freunde in der Region, um dessen Wohl er sich sorgt. Sprenger hatte früher oft beruflich in Nepal zu tun, auch seine Frau stammt von dort. Viele Familienangehörige seien von der Katastrophe betroffen.
Seit 24. April bebte dort die Erde so stark, dass Häuser zusammenbrachen, Menschen verschüttet oder verletzt wurden. Die Zahl der Todesopfer wird auf mindestens 7.200 geschätzt.. Kathmandu, aber auch die ländlichen Regionen des Landes sind weitestgehend zerstört und zahllose Familien obdachlos. Die Angst vor Krankheiten wächst und die medizinische Versorgung ist schwierig, Trinkwasser, Lebensmittel und Medikamente werden knapp.

„Es wird nicht einfach sein.“ Günter Sprenger, Verein „Chance for Nepal“

„Es wird nicht einfach sein. Ich denke, in den nächsten zehn Jahren wird sich die Lage in Nepal drastisch verschlechtern“, sagt Sprenger. „Das Wichtigste ist, dass überhaupt erste Hilfe geleistet wird. Priorität hat die medizinische Versorgung für Verletzte, damit sie nicht an kleinen Verletzungen sterben müssen und natürlich Unterkünfte“, so der Norderstedter.
Mit seinem Verein „Chance for Life Nepal“ konzentriert sich Sprenger eigentlich auf die Bildungsförderung von benachteiligten Kindern. Doch angesichts der aktuellen Lage sammeln die zehn Vereinsmitglieder in den nächsten zwei Monaten auch Geldspenden, um die Betroffenen zu unterstützen. „Wir wollen das Geld Ärzten zur Verfügung stellen, die sich um Verletzte in abgelegenen Regionen des Landes kümmern, wo aufgrund der misslichen Infrastruktur keine Hilfe ankommt.“ Als die Norderstedter den Verein ins Leben riefen, fragten sie sich, was sie in einem Land bewirken können, in der so große Armut und eine instabile Regierung herrscht? „Fast die Hälfte aller Kinder aus finanziellen Gründen keine Schule besuchen“, sagt Sprenger. Daher kamen die Norderstedter zu dem Entschluss, mit ihrem Engagement Kindern und Jugendlichen Bildungsmöglichkeiten zu verschaffen. „Wenn jemand lesen und schreiben kann, nimmt er nicht alles hin, was man ihm sagt“, findet Günter Sprenger. „Er kann es erstmal selber nachlesen.“

Seit 2007 in Nepal aktiv


Seit 2007 betreut der Verein mit einer Partnerorganisation vor Ort mehrere Schulen des Landes, in denen Kinder und Jugendliche von der 1. bis zur 10. Klasse unterstützt werden. Spender können gezielt eines der Schulprojekte fördern oder eine anonyme Patenschaft übernehmen. Alle die sich engagieren, bekommen jährlich einen Bericht über die Entwicklung ihres Schützlings sowie persönliche Briefe und gemalte Bilder. Derzeit werden 56 Patenschaften vom Verein unterstützt. Ziel von „Chance for Life Nepal“ ist es vor allem, gegen die in Nepal extrem hohe Kinderarbeitsrate sowie gegen die Diskriminierung von Frauen und bestimmten Volksgruppen vorzugehen.
Um sicher zu gehen, dass Gelder auch tatsächlich ihren Zweck erfüllen, sind die Vereinsmitglieder stark engagiert. Sie besuchen die Schulen auch regelmäßig. Aus Sarlahi hat Günter Sprenger bereits gute Nachrichten erfahren. „Die Menschen und auch das Schulgebäude haben das Erdbeben unbeschadet überstanden“, sagt er. Da es aus vielen Regionen bisher keine Nachricht gibt, haben sich einige Mitglieder und Unterstützer von „Chance for Nepal Life“ bereits auf dem Weg dorthin gemacht.

Weitere Infos unter www.chance-for-life-nepal.de
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