Norderstedter Stadtfest fällt aus

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Die Cheerleaders vom SV Friedrichsgabe und von TuRa Harksheide traten regelmäßig beim Norderstedter Stadtfest auf Foto: Fuchs

Nach Querelen mit Agentur hat die Stadt die Reißleine gezogen

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt
Am dritten August-Wochenende hätte es zum 22. Mal stattfinden sollen, das Norderstedter Stadtfest, das im vorigen Jahr erstmals seinen eingängigen Namen „Spektakulum“ in „Kultur-Boulevard“ geändert hatte. Doch daraus wird nun nichts. Die Sause ist abgesagt, die in den Vorjahren bis zu 100.000 Besucher an den drei Veranstaltungstagen zählte. Die Stadtverwaltung zog jetzt die Reißleine nach einem monatelangen Streit mit der Veranstaltungsagentur EPM Concept Marktveranstaltung. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld. „Die Stadt bedauert die mangelhafte Organisation des Vertragspartners“, heißt es aus dem Rathaus. EPM-Geschäftsführer Stephan Schächterle spricht von „übler Nachrede“ gegen sein Unternehmen und will sich rechtliche Schritte gegen die Stadt vorbehalten. Die Stadtverwaltung gibt sich ebenso unversöhnlich. „Die Absage sei „die Folge davon, dass EPM zuletzt wiederholt Fristen zur Einreichung wichtiger Unterlagen und zur Beantwortung von Fragen aus dem Bereich des Ordnungsrechts rund um das geplante Stadtfest hatte verstreichen lassen“, lässt Stadtsprecher Hauke Borchardt verlauten. So konnten insbesondere Fragen zur Veranstaltungssicherheit, Verkehrsführung und dem Sanitätsdienst nicht rechtzeitig beantwortet werden. Darum sei es nicht mehr möglich, das Stadtfest „in einem sicheren und ordnungsgemäßen Rahmen stattfinden zu lassen.“ EPM-Chef Schächterle widerspricht dieser Darstellung. Nicht die Verwaltung, sondern seine Agentur habe das Stadtfest absagen müssen, weil ihr „Informationen aus der Verwaltung, dem politischen Umfeld und vielen vormals aktiven Mitwirkenden zugespielt wurden, die eine Durchführung unzumutbar gemacht haben.“ Angeblich sei EPM nahe gelegt worden, vorzeitig von seinem Vertrag zurückzutreten. Wer dies gesagt haben soll, sagt Schächterle nicht. Möglicherweise meint er die geäußerte Kritik am neuen Namen „Kultur-Boulevard“, der sich durch die Aufstellung von ein paar Bier- und Essständen, Karussells und einer Bühne für sie nicht rechtfertigen ließe. Die Stadtverwaltung wiederum, die sich bei allen Bürgern für diese Entwicklung ausdrücklich entschuldigt, kündigt an, einen neuen Partner für die Austragung des Stadtfestes im nächsten Jahr zu suchen.
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