Norderstedter Verkehrsdetektive im Einsatz

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Die Drittklässler der Grundschule Pellwormstraße fotografierten und notierten Gefahrenstellen auf ihrem Schulweg Foto: Blume
Norderstedt: Pellwormstraße 35 |

Grundschüler haben alles notiert: Wo gibt’s Gefahren auf dem Weg?

Von Claudia Blume
Norderstedt
Ein großer Rhododendronbusch am Zwijndrechtring macht Pia, Sarah und Jona Angst. „Dahinter könnte sich jemand verstecken, herausspringen und uns etwas tun“, sind sich die Drittklässler sicher. Lara macht ein Foto, Fabio schreibt ein paar Stichworte auf einen Protokollzettel. Ein paar Meter weiter stehen die Kinder vor der breiten Einmündung Hainholz in die Waldstraße.

Zebrastreifen für mehr Sicherheit


„Wir wünschen uns einen Zebrastreifen, damit wir sicher über die Straße kommen“, sagt Kübra, die zweimal pro Tag hier lang muss. Wieder ein Foto und ein Eintrag auf den Zettel. 42 Schüler aus den Klassen 3a und 3b der Grundschule Pellwormstraße nahmen ihren Schulweg genau unter die Lupe und untersuchten ihn in acht Gruppen auf mögliche Gefahrenstellen.

Gefahrenstellen aufdecken


Die AG Schulwegsicherung, die sich aus Vertretern der Verwaltung, Schulsozialarbeit und Polizei zusammensetzt, überprüft in Abständen die Schulwege aller Norderstedter Grundschulen. 2001 war der erste Durchgang; nun fand eine erneute Überprüfung statt. „Die Kinder sind hilfreiche Experten, denn sie haben eine andere Perspektive und Wahrnehmung als wir Großen“, sagt Kai Hädicke-Schories, Verkehrsexperte der Norderstedter Polizei. Aufgeregt wurden die Ergebnisse nach Schulschluss vor Fach- und Familienpublikum präsentiert. Glasscherben und Stolpersteine auf den Gehwegen, Baustellen, die den Durchgang verengen, fehlende Fahrbahnmarkierungen und Zebrastreifen, schlecht einsehbare Wegestellen sowie zu schnell fahrende Radler und Autofahrer sind die häufigsten Kritikpunkte der kleinen Verkehrsforscher.

Ampelmännchen steht Kopf


Eine Gruppe hat sogar etwas Kurioses entdeckt: An der Kreuzung Friedrichsgaber Weg/Waldstraße steht das rote Ampelmännchen auf dem Kopf. „Das ist wohl eine Auswirkung von Bauarbeiten in dem Bereich und wird schnellstens behoben“, sagt Ann-Kristin Blümel von der Verkehrsaufsicht. Die AG Schulwegsicherung wird nun den Handlungsbedarf prüfen und Gefahrenstellen beheben. 30.000 Euro stehen jährlich dafür zur Verfügung, ohne dass die Politik eingebunden werden muss. So wurden in vorigen Jahren etwa Mittelinseln auf der Ulzburger Straße realisiert, Ampelanlagen installiert und Aufpflasterung durchgeführt.
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