Ortsschild soll „draußen“ bleiben

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Die Winsener kämpfen für den alten Standort des Schildes

Winsen streitet mit Kreis um Standort

Von
Renate Jaeger
Winsen. Seit die Verkehrsaufsichtsbehörde das Winsener Ortsschild an der Kreisstraße 49 um 150 Meter in Richtung Ortsmitte versetzte, sind die Bürger auf Zinne. Gegen ihren Willen steht es nun näher am Ortseingang, wodurch sich die Lärmbelästigung für alle Anrainer, die auf der Strecke zwischen altem Schild-Standort und neuem leben, erheblich erhöht hat. Erst ab dem Ortseingang gilt Tempo 50. Das bedeutet, die Pkws rasen auf der Kreisstraße derzeit mit 70 Stundenkilometern an den Wohnhäusern vorbei. Ein Unbekannter, von den
Winsenern „Robin Hood“ getauft, hat deshalb bereits mehrfach nachts das Ortsschild von seinem neuen Standort an den alten zurück versetzt. Der Kreis reagierte prompt und stellte das Schild an seinen neuen Standort zurück.
Jetzt wurde wegen der Angelegenheit bereits ein Krisengipfel einberufen.
Die Brüder Kurt und Berthold Bonekamp, Vorsitzende der Bürgerinitiative, trafen sich mit Landrätin Jutta Hartwieg. Sie wollten sie von der Rückversetzung des Schildes überzeugen. Doch die beiden fuhren nur „stinksauer“ nach Hause. „Frau Hartwieg sagte am Schluss nur, sie wolle das Thema mit in ihr Gebet einschließen“, berichteten Kurt und Berthold Bonekamp. „Wofür haben wir da überhaupt gesessen?“
Jutta Hartwieg tat sich schwer mit ihrer Entscheidung und überlegte dann doch, dem Wunsch der Winsener nicht nachzukommen. Das Schild müsse versetzt werden, weil an Kreisstraßen keine Ortseingangsschilder stehen dürfen. „Als Landrätin habe ich großes Verständnis dafür, dass es durch diese verkehrsaufsichtliche Maßnahme zu Verärgerungen in der Gemeinde Winsen gekommen ist“, hieß es in einer von ihr unterzeichneten Pressemitteilung. „Ich erkenne jedoch keinen sachlichen Grund, hier die Gemeinde gegenüber anderen kreisangehörigen Gemeinden anders zu behandeln“, sagte Hartwieg. „Einen irgendwie gearteten Bestandsschutz oder Gewohnheitsrecht zu Gunsten eines früheren rechtswidrigen Zustandes gibt es im Straßenverkehrsrecht nicht.“
Winsens Bürgermeister Kurt Bonekamp-Adelmann will sich damit nicht zufrieden geben: „Wir überlegen jetzt, wie wir weitermachen. Wenn es sein muss, gehen wir bis zum Innenminister.“
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