Quickborn siegt im Kampf gegen die Tauben

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Hausmeister Thomas Bünger zeigt das Gel auf dem Schuldach, das die Tauben abwehrt Foto: Fuchs

Vögel ließen sich selbst vom Abriss eines Schulgebäudes nicht verscheuchen

Von Burkhard Fuchs
Quickborn. Dieses Problem habe ihr in den vergangenen Monaten schon ein paar graue Haare verursacht, sagt Birgit Raphael. Die für alle Gebäude und Liegenschaften in Quickborn zuständige Fachbereichsleiterin hat es mit den grauen Vögeln aufgenommen und vorerst gesiegt. Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium herrschte seit Jahren Tauben-Alarm. Hunderte dieser weit verbreiteten Vogelart hatten sich im alten Oberstufenturm der Oberschule eingenistet. Zuletzt musste sogar der Unterricht in den Räumen ausfallen, die dem lautstarken Gegurre der Tauben am nächsten lagen. Gegenmaßnahmen wären wegen des arg verwinkelten Baus zu teuer gewesen.
Als dann in den Sommerferien der Oberstufenturm im Zuge des Neubaus der Schule abgerissen werden musste, hofften Lehrer, Schüler und Verwaltung endlich auf Ruhe vor dem grauen Federvieh. Doch vergeblich. Die Tauben ließen sich nicht so leicht vertreiben.
„Das ganze Dach des neuen Flachdaches hatten die Tauben in wenigen Wochen vollkommen verdreckt. Neben der ungewollten Geräuschkulisse birgt das ja auch hygienische Probleme zumal auch die unmittelbare Zugangsfläche zur Schulmensa davon betroffen war“, sagt Birgit Raphael. Und sie landeten auch gerne auf den Fensterbänken der neuen Schule, die genau zum ehemaligen Oberstufenturm gewandt sind. „Der Taubendreck ist extrem aggressiv“, sagt die Rathaus-Mitarbeiterin, die zunächst nicht wusste, was sie machen sollte. Sie holte sich Rat bei Kollegen in andere Kommunen und schaltete sogar einen Tierarzt ein, wie sie sagt.
Daraus entwickelte die gewiefte Verwaltungsfrau eine Doppelstrategie: Die Fenstersimse sind auf 60 Metern nun mit Metallspießen gesichert, die die Tauben bei einer Landung nicht ungeschoren davonkommen lassen. Und zusätzlich sind auf dem Dach auf einer Länge von 100 Metern alle 30 Zentimeter kleine Schalen mit einem an sich durchsichtigen Gel aufgestellt, das die Tauben von einem Anflug abschreckt. „Die Vögel werden so optisch getäuscht und in dem Glauben gelassen, dass die Schule brennen würde“, sagt Birgit Raphael. Die Erfahrung der ersten Tage zeigt: „Das scheint zu funktionieren.“
Diese neue Art des Taubenverscheuchens sei hierzulande noch ziemlich unbekannt, sagt die Fachbereichsleiterin. „Aber am Wiener Hauptbahnhof und bei den Olympischen Spielen dieses Jahr in London ist das Gel erfolgreich eingesetzt worden.“
Mit der Reinigung des von den Tauben verdreckten Daches und der Fensterbänke und den Gegenmaßnahmen hat die Stadt in dieses Anti-Tauben-Programm rund 3000 Euro investiert, berichtet Birgit Raphael. (bf)
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