Quickborner Torfwerk soll Kulturstätte werden

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Jürgen Strötzel (Mitte) und seine Mitstreiter bieten für den 16. Oktober die letzte Fahrt an Foto: bf

Die Stadt will das Areal im Himmelmoor für den Naturschutz und die Naherholung sichern

Quickborn Wie Nachbar Norderstedt, die im Zuge der Landesgartenschau 2011 aus dem früheren Kalksandsteinwerk am Stadtparksee eine restaurierte Kulturstätte für Theateraufführungen und Konzerte etablierte, planen die Stadtväter in Quickborn jetzt Ähnliches. Sie haben das gesamte Areal des Torfwerks im Himmelmoor gekauft, um es zu einem Kulturwerk auszubauen. 27.000 Quadratmeter habe die Stadt vom Torfwerkbetreiber Hermann Hornung erworben, teilte Bürgermeister Thomas Köppl jetzt mit, was der Verkäufer bestätigte. Damit sei der Weg frei, das größte Hochmoor in Schleswig-Holstein für den Naturschutz und die Naherholung zu sichern, wenn 2020 der Torfabbau auslaufe, freut sich Klaus H. Hensel vom Förderverein des Himmelmoores. Bis dahin habe er ein unentgeltliches Nutzungsrecht für das Torfwerk, sagte Betreiber Hornung. Der Kaufpreis soll nach Wochenblatt-Informationen bei 130.000 Euro, also bei weniger als fünf Euro je Quadratmeter liegen. Um das Himmelmoor für die vielen Tagestouristen erreichbar zu halten, wird auch die Brücke über die Pinnau in der Himmelmoorchaussee erneuert. Die Ratsversammlung bewilligte für diesen Ersatzneubau jetzt die erforderlichen 380.000 Euro. Mit dieser Entscheidung sei die Wegeverbindung für die Landwirtschaft ebenso gesichert wie der Torfbahnbetrieb für Feuerwehrzwecke, falls es im Moor brennen sollte, betont Köppl. So soll das ehemalige Zwangslager jüdischer Kriegsgefangener, das sogenannte Henri-Goldsteinhaus am Himmelmoorweg, das nach einem überlebenden Kriegsgefangenen aus Belgien benannt ist und den Landesforsten gehört und unter Denkmalschutz steht, zu einer NS-Gedenkstätte erklärt und nebenan ein Moormuseum eingerichtet werden. Die AG Torfbahn macht am 16. Oktober die letzte Runde ums Moor. Anmeldungen sind nicht erforderlich. (bf)
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