Rat und Tat bei Geldsorgen

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Andreas Ruth, Jennifer Schröder (M.) mit Bettina Wittenburg. Sie sind bei der Awo-Schuldnerberatung Norderstedt tätig Foto: blu

Neue Awo-Schuldnerberatung bietet in Norderstedt kostenlose Unterstützung an

Von Claudia Blume
Norderstedt
Unbezahlte Rechnungen türmen sich in ungeöffneten Briefen, der Lohn wird gepfändet und wegen monatelangem Mietrückstand droht die Kündigung – für Menschen, die in eine enorme finanzielle Schieflage geraten sind, gibt es sofortige und kostenlose Hilfe. Seit Anfang des Jahres finanziert der Kreis Segeberg die neue soziale Schuldnerberatung unter der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Bislang lagen die Aufgaben bei der diakonischen Beratungsstelle, die sich nur noch um das anschließende private Insolvenzverfahren kümmert.

„Viele Klienten leben jahrelang mit der Pseudo-Gewissheit, dass ihnen keiner helfen kann.“ Andreas Ruth

„Viele Klienten leben jahrelang mit der Pseudo-Gewissheit, dass ihnen ohnehin keiner helfen kann“, sagt Andreas Ruth, Leiter der Awo-Schuldnerberatung. „Sie haben den Überblick verloren, über ihre Verhältnisse gelebt, hinzu kommen
oft Schicksalsschläge wie Trennung, Tod des Partners, Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Doch es gibt einen Ausweg aus ihrer erdrückenden Situation.“ In
vertraulichen Gesprächen erstellen Ruth, Daniela Thran oder Jennifer Schröder gemeinsam mit dem Klienten einen Haushaltsplan, treffen Vereinbarungen mit Vermietern, Banken und Gläubigern und richten ein Pfändungsschutzkonto ein. „Es herrscht vielfach Unwissenheit. Für viele ist es bereits eine Erlösung zu erfahren, dass der größte Teil des Einkommens pfändungsfrei ist“, weiß Andreas Ruth und räumt mit den Vorurteilen auf, dass Hilfesuchende vermeintlich in die Mangel genommen würden – wie in einigen TV-Produktionen zum selben Thema. „Wir möchten mit den Schuldnern zusammen ein Ziel erreichen. Wir zeigen ihnen einen Weg mit ihren Schulden zu leben, ohne dass sie erdrücken. Wir bieten eine Perspektive.“ Dazu gehört jedoch auch ein Wille. Etwa auf Bus und Bahn umzusteigen und aufs geliebte Auto zu verzichten, weil die laufenden Kosten schlichtweg das Haushaltsbudget sprengen. „Viele Menschen kommen erst zu uns, wenn Druck nicht mehr auszuhalten ist, dabei können wir bereits helfen, wenn die Kasse nicht stimmt und das Geld nicht bis zum Monatsende reicht.“ Vor allem verführerische Kreditangebote an jeder Ecke und unbürokratische Internetkäufe macht der Experte für die steigende Schuldenlast verantwortlich. In Deutschland gelten über fünf Millionen Haushalte als überschuldet.

Die Awo-Schuldnerberatung befindet sich im Friedrichsgaber Weg 370 und ist werktags zwischen 9 und 13 Uhr unter 040/533 099 800 erreichbar. Eine offene Sprechstunde ohne Termin gibt es donnerstags von 14 bis 16 Uhr.
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