Regionalschulen verändern sich

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Schulleiter Andreas Kelber mit seinen Kolleginnen Yvonne Gartmann (links) und Sandra Stratmann sieht die Comeniusschule schon jetzt als Gemeinschaftsschule Foto: Fuchs

Einrichtungen ab 240 Schülern werden Gemeinschaftsschulen – nicht alle freut das

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt/Quickborn. Zum Schuljahr 2014/15 werden alle Regionalschulen im Land zu Gemeinschaftsschulen, sofern sie mindestens 240 Schüler unterrichten. Ziel ist ein längeres gemeinsames Lernen der Schüler an einer Schule, an deren Ende erst die Auslese in Haupt- und Realschulabschluss steht.

Schulen gut vorbereitet

Die Regionalschulen in Norderstedt und Quickborn sind auf diese Umwandlung gut vorbereitet. „Unsere Orientierungsstufe ist heute schon eine Art Gemeinschaftsschule“, sagt Andreas Kelber, Leiter der Comeniusschule in Quickborn. Am weitesten ist die Regionalschule Garstedt.
„Wir werden bereits zum
1. August dieses Jahres Gemeinschaftsschule“, sagt Schulleiter Gerhard Lühr. Die Schule wird sich dann nach dem ehemaligen Norderstedter Bürgermeister Horst Embacher benennen. Die Zahl der Schüler dürfte bis dahin auf 380 sinken. Das seien immer noch weit mehr als erforderlich, sagt Lühr.
Geplant sei ein binnendifferenzierter Unterricht bis zur zehnten Klasse. „Das kommt dem langen gemeinsamen Lernen am nächsten.“ Dafür fehlten allerdings noch Unterrichtsräume, sagt Lühr. „Aber wir sind gut auf die Umwandlung vorbereitet.“
Auch die Comeniusschule in Quickborn, die 2007 zur Regionalschule mit jetzt 810 Schülern wurde, hat dieses Konzept heute schon auf den siebten Jahrgang ausgeweitet, sagt Schulleiter
Andreas Kelber.

„Wir werden bereits zum
1. August dieses Jahres
Gemeinschaftsschule“,
Gerhard Lühr, Schulleiter
„Schwache Kinder bekommen einfachere Aufgaben, andere Arten von Aufgaben und mehr Zeit, sie zu lösen“, beschreibt er die Arbeit seiner 52 Lehrer.
In der fünften bis siebten Klasse seien diese vor die Herausforderung gestellt, den verschiedenen Leistungsniveaus der Schüler in einer Klasse gerecht zu werden. „Unser Leitsatz dabei lautet: Wir arbeiten so wie eine gute Gemeinschaftsschule arbeiten sollte.“
Kelber ist überzeugt, diesen differenzierten Unterricht künftig in einer Gemeinschaftsschule den Kindern auch nach dem siebten Jahrgang gewährleisten zu können. „Da greift das neue Schulgesetz erst 2017. Also haben wir noch vier Jahre Zeit, uns darauf vorzubereiten.“
Weniger begeistert ist Rainer Krenz von der Regionalschule Friedrichsgabe (430 Schüler,
34 Lehrer). „Wir wären gerne weiter Regionalschule geblieben.“ Weil seine Schule noch vor drei Jahren Realschule war, werde es künftig drei verschiedene Schulformen geben. „Wer soll da noch durchblicken?“
Zudem gebe es vom Land keine Entlastungsstunden für die Lehrer bei der erneuten Umwandlung zur Gemeinschaftsschule. „Kinder werden wieder mal dem Schulsystem angepasst. Dabei müsste nicht die Struktur, sondern der Inhalt geändert werden. Aber das lässt sich nicht mehr aufhalten.“ (bf)
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