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Marlis und Jürgen Ramm haben ihre Hündin Ruby-Rose hier begraben. Fotos: Fuchs

Ältester Tierfriedhof der Region liegt in Quickborn

Von Burkhard Fuchs
Quickborn. Die Trauer ist noch frisch und sitzt tief bei Marlis und Jürgen Ramm. Anfang März haben sie ihre geliebte Ruby-Rose verloren. „Die Irish-Setter-Hündin musste nach 13 Jahren eingeschläfert werden“, erzählte das Quickborner Rentner-Ehepaar und ringt mit den Worten. „Sie war wie ein Familienmitglied zu uns“, sagte Marlis Ramm. „Darum wollten wir auch eine angemessene Beerdigung für sie.“

Ältester Tierfriedhof

So kam das trauernde Paar auf Susan Beddig. Die gebürtige US-Amerikanerin betreibt im Himmelmoor den ältesten Tierfriedhof in der Region. Ihr inzwischen verstorbener Ehemann Gert Beddig hatte den Tierfriedhof 1968 hier in der natürlichen Torflandschaft eingerichtet. „ Im Laufe der Jahrzehnte seien etwa 1000 Tiere hier begraben worden“, sagte sie. Neben Hunden würden hier Katzen, Kanarienvögel, Meerschweinchen und sogar Mäuse liegen.
Als Susan Beddig 1976 ihren Mann in Hamburg kennenlernte, sei ihr dieses Bestattungs-Zeremoniell für Haustiere zunächst komisch vorgekommen, erinnert sie sich. „Als ich aber merkte, dass die Menschen wirklich um ihre Tiere trauern, war ich schnell vom Sinn dieses Hundefriedhofs überzeugt“, sagte sie. Das sei eine echte Dienstleistung für Tierliebhaber. Die Leute seien so erleichtert, dass sie ihre Lieblinge nicht in die Tierverwertung geben müssen. Laut Gesetz darf jeder seine verstorbenen Hunde und Katzen auch im eigenen Garten beerdigen. Sie müssen unter einer mindestens 50 Zentimeter starken Erdschicht vergraben sein. Und die ewige Ruhestätte darf nicht in der Nähe von öffentlichen Wegen und Plätzen liegen oder in einem Wasserschutzgebiet.

Einen Meter unter der Erde

Auf dem Tierfriedhof von Susan Beddig wird dies übererfüllt. „Bei uns liegen die Tiere einen Meter tief unter der Erde.“ Die leblosen Tierkörper werden nicht in einem Sarg vergraben, sondern kämen in ein Baumwolltuch. „Wir bestatten sie ohne große Zeremonie“, sagte Susan Beddig. „Es gibt keine Musik und keine frommen Sprüche.“
Meist lasse sie die Tierliebhaber am offenen Grab noch mal alleine, damit die sich in aller Ruhe von ihren Lieblingen verabschieden können. „Die meisten weinen dann, auch die stärksten Männer.“
Einmal im Monat wiederholt sich diese Prozedur. „Als mein Mann noch lebte, waren es mehr als doppelt so viele“, sagte Susan Beddig. Nach dem Tod ihres Mannes vor elf Jahren wollte sie den Hundefriedhof eigentlich schließen, erzählt die Quickbornerin. Aber die vielen Anfragen der Hundeliebhaber stimmten sie schnell wieder um. (bf)
www.hundefriedhofam-himmelmoor.de
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