Schluss mit Straßenlärm

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Den Mitgliedern der Interessensgemeinschaft ist es zu laut, wie sie mit dieser Geste demonstrieren

Stadt plant Flüsterasphalt und mehr Tempo-30-Zonen

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt. Es ist laut an der Rathausallee. So laut, dass sich Cornelia Pagels, Cornelia Büchner, Hans Jeenicke und Erich Schröder, Mitglieder der Interessengemeinschaft Lebenswertes Norderstedt (ILN), die Ohren zuhalten müssen. So wie hier sorgt der Straßenverkehr auch an der Ohechaussee, der Ulzburger Straße oder anderen Hauptstraßen für eine derart hohe Geräuschkulisse, dass sie auf Dauer krank macht.
„Wenn der Wert tagsüber über 65 Dezibel liegt, können wir eine Gesundheitsgefährdung nicht ausschließen“, sagt Anne Ganter, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Sie ist im Rathaus Ansprechpartnerin für den Lärmaktionsplan 2013 bis 2018, der diese Situation ändern soll.
Mit dem neuen Plan soll die Errichtung weiterer Tempo-30-Zonen geprüft werden, die unter anderem auf der Ulzburger Straße und der Rathausallee errichtet werden können. Bei der Sanierung der Segeberger Chaussee soll eine lärmmindernde Oberfläche (Flüsterasphalt) eingebaut werden und der Ausbau der Radwege soll weitergehen. Auch die Möglichkeit, in Lkw-Navigationsgeräte Routen einzuprogrammieren, die Wohn-
gebiete schonen, soll verstärkt verfolgt werden. Die Mitglieder der ILN plädieren dafür, den Lkw-Verkehr ganz aus Wohngebieten heraus zu halten.
Seit ein paar Tagen liegt der Entwurf für Norderstedts zweiten Lärmaktionsplan aus. Am Mittwoch, 13. November, haben alle Bürger die Chance, sich von 17.30 bis 20.30 Uhr im Plenarsaal genauer zu informieren, welche Maßnahmen für die nächsten Jahre geplant sind.
Die Mitglieder des ILN finden, es seien etliche Punkte des ersten Lärmaktionsplanes umgesetzt worden. So gibt es die Tempo-30-Abschnitte in der Nacht an zwei neuralgischen Stellen und zahlreiche Verkehrsberuhigungen durch Querungshilfen und Schikanen sind entstanden. Insbesondere beim Ausbau der Radwege ist die Stadt weitergekommen und strebt damit einen anderen Mix bei der Verteilung des Verkehrs auf Pkw, Fahrrad und Fußgänger an.
Dennoch kritisieren sie, dass nur ein Teil der Maßnahmen realisiert wurde: „Das sind nur um die 50 Prozent“, erklärt Physiker Erich Schröder. „Da gibt es bei uns schon Ernüchterung.“ „Wir haben uns damals ein aufwendiges Paket auf die Fahnen geschrieben“, so Ganter. „Und das verfolgen wir auch.“ Ein wichtiger Punkt ist aus Sicht der ILN ist laut Hans Jeenicke: „Das man die Lkws aus Wohngebieten raushält.“ (now)
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