Schoki-Mangel in Alaska

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Vanessa Aniteye liebt deutsche Schokolade. Nach ihrer Rückkehr gab es davon reichlich Foto: jae
 
So macht der Winter trotz Eiseskälte auch in Alaska Spaß Foto: privat

Die Norderstedterin Vanessa Aniteye lebte zehn Monate in den USA

Von Hans-Eckart Jaeger
Norderstedt
Vanessa Aniteye, 16 Jahre jung, ist wieder zu Hause. Zehn Monate hat sie als Austauschschülerin bei einer Gastfamilie in der Nähe von Anchorage im US-Bundesstaat Alaska verbracht und dort eine Highschool besucht. Ihre Eltern Gifty und Festus Aniteye, vor über 30 Jahren aus Ghana nach Hamburg ausgewandert und später nach Norderstedt gezogen, freuten sich sehr, als sie ihre Tochter wieder in ihre Arme schließen konnten.

Große Chance


Als Vanessa Aniteye allein in die USA flog (erst für drei Tage nach New York, dann quer über den Kontinent nach Alaska), da wusste sie: Ein Schüleraustausch ist eine große Chance, seine Sprachkenntnisse zu verbessern, das Ausland intensiv zu erleben und fremde Kulturen kennenzulernen. Sie hatte über die Organisation TravelWorks die Gelegenheit bekommen, an neuen, fremden Situationen zu wachsen, internationale Freundschaften zu schließen und Erfahrungen fürs ganze Leben zu sammeln. Vanessa besucht das Gymnasium in Hamburg-Rahlstedt. Die 10. Klasse durfte sie, weil sie aus Alaska gute Noten mitbrachte, überspringen. Jeden Morgen fährt sie von Norderstedt-Mitte aus mit der U-Bahn und später mit dem Bus weiter nach Rahlstedt. Einmal hat sie vor versammelter Klasse von ihrer Zeit in den USA berichtet.
Ihr Traumziel war es lange, Medizin zu studieren und Ärztin zu werden. „Doch das wird mir bei meinem derzeitigen Notenschnitt von 2,2 nicht gelingen“, glaubt sie. Aber ihr Plan steht fest: Sportmedizin studieren ohne Numerus Clausus und danach in Deutschland arbeiten.
Eine gewisse Zeit in Amerika zu leben, das hat sich Vanessa fest vorgenommen. Auswandern möchte sie jedoch nicht – obwohl kein Tag vergeht, an dem sie sich nicht an ihre Zeit in Alaska erinnert. Immer hat sie sich wohlgefühlt: im Sommer, wenn es richtig heiß war und auch im Winter, bei erbarmungsloser Kälte.

„Ich habe diese Zeit so genossen, dass ich keine Zeit hatte für Heimweh“
Vanessa Aniteye


Vanessa hat jenseits des Atlantiks eine neue Liebe entdeckt: den Wettkampfsport. Sie hat auf der Highschool in der Nähe von Anchorage mit Begeisterung Fußball (Soccer) gespielt und später mit Hilfe und unter Anleitung ihres Gastvaters, eines bekannten Leichtathletiktrainers, auf der Tartanbahn über 200 und 400 Meter große Erfolge gefeiert, besonders mit der Staffel ihrer Schule. „Ich habe diese Zeit so genossen, dass ich keine Zeit hatte für Heimweh“, erinnert sie sich.
Bei ihrer Gastfamilie hat sie sich sehr wohlgefühlt. „Sie sind Mormonen, und bei ihnen steht Religion an erster Stelle“, berichtet Vanessa. „Das bedeutet, man muss sich anpassen, und das habe ich getan. Es war wichtig, Respekt und Verständnis zu zeigen. Jeden Sonntag bin ich in die Kirche mitgegangen, der Gottesdienst dauerte drei Stunden.“
Da sie in einem, sagt sie, „außergewöhnlichen Staat“ war, hat sie auch typisch „alaskanische“ Dinge gemacht – zum Beispiel die Teilnahme am Iditarod, einem Hundeschlittenrennen. Einmal durfte sie selber fahren. Ihr schönstes Erlebnis war nach eigenen Worten die Teilnahme am sogenannten Prom, dem Abschlussball der Schule, vor dem ihre damals 18-jährige Gastschwester die Abschlusszeugnisse erhielt.

„Viele Teenager denken über ein Auslandsjahr nach, doch sie haben Angst,ihre Familie und Freunde zu verlassen“Vanessa Aniteye

„Viele Teenager denken über ein Auslandsjahr nach, doch sie haben Angst, ihre Familie und Freunde zu verlassen“, sagt Vanessa. „Wenn man etwas im Leben erreichen möchte, muss man aber etwas riskieren. Und das habe ich getan.“
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