Schüler als Imker

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„Da ist die Königin“: Laetizia und Ben (8) mit dem Schaukasten Foto: blu

Grundschule Immenhorst beherbergt vier Bienenvölker

Von Claudia Blume
Norderstedt
In der Grundschule Immenhorst leben im großzügigen Grün gleich hinter dem Gebäude im Glashütter Damm vier Bienenvölker. „Es lag auf der Hand, dass wir uns 2010 bei der Umbenennung der Grundschule Harksheide-Süd in Grundschule Immenhorst künftig mit den Namensstifterinnen beschäftigen“, sagt Schulleiterin Elisabeth Bauer-Plambeck rückblickend und ergänzt augenzwinkernd: „Schließlich wurde den Kindern damals das Motto „Seid fleißig wie die Bienen“ mit auf den Weg gegeben.“ Mit Uwe Holdorf fand sich glücklicherweise schnell ein Imker, der gerne bereit war, den Grundschülern die Bedeutung der Bienen für das gesamte Ökosystem, ihr Leben und die Facetten der Honiggewinnung nahezubringen. Seit fünf Jahren betreut der Norderstedter vier seiner Bienenvölker im Grundschulgarten und erhielt vor zwei Jahren Verstärkung aus dem Lehrerkollegium. Fasziniert von der Arbeit mit den Bienen belegte Julia Boll eine Fortbildung im Rahmen der Initiative „Bienen machen Schule“ und darf sich seitdem offiziell „Schul-Imkerin“ nennen. In mehrmonatigen, fächerübergreifenden Projekten erleben Erst- bis Viertklässler die Bienen hautnah – gut geschützt vor möglichen Stichen durch Imkeranzüge im Kleinformat.
„Das ist ziemlich warm da drin“, meint der achtjährige Jonas, aber der Aufwand lohnt sich, schließlich können die Kinder auf diese Weise erforschen, was sich so in einem Bienenstock tut und sind dabei, wenn Imker Holdorf die prall gefüllten Honigwaben herausholt. Probieren ausdrücklich erlaubt! Zudem findet der schuleigene Honig reißenden Absatz auf Schulfesten. Auch der gläserne Bienenbeobachtungskasten bietet den Grundschülern einen guten Einblick in das Leben in einem Bienenstock. Laetizia muss nicht lange nach der Königin suchen: „Das ist die Größte, die mit dem blauen Markierungspunkt auf dem Rücken.“ Und dann erzählt die Achtjährige, dass die Kinder sogar eine männliche Biene gestreichelt haben. „Drohnie hat sich weich und kuschelig angefühlt, war gar nicht ängstlich und wollte überhaupt nicht mehr runter von der Hand.“– „Als zertifizierte Zukunftsschule fördern wir mit unserem Bienenprojekt den Forschergeist der Kinder, wecken Interesse für die Natur und regen an, sich mit ihr auseinanderzusetzen“, erklärt Lehrerin Julia Boll. Im Schulgarten wurden entsprechende Trachtpflanzen angesät und ein Insektenhotel mit Nisthilfen für Wildbienen aufgestellt.
„Das schönste ist, wenn Kinder ihr Wissen nach Hause tragen und berichten, dass sie ihre Eltern überzeugen konnten bienenfreundliche Pflanzen zu setzen – das fördert einen bewussten Umgang mit der Natur“, so die 27-Jährige.
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