Schüler als Suchtexperten

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Die Suchtexperten von der Comeniusschule zeigen stolz ihre Zertifikate. Foto: Fuchs

Achtklässler der Comeniusschule Quickborn haben sich ausbilden lassen

Quickborn. Wenn es künftig Probleme mit Mediensucht, Alkohol oder illegalen Drogen an der Schule geben sollte, ist die Comeniusschule in Quickborn gut vorbereitet. In Zusammenarbeit mit der Suchtberatung der Ambulanten und Teilstationären Suchthilfe hat die Regionalschule 15 Schüler zu Suchtexperten ausbilden lassen. Die elf Mädchen und vier Jungen im Alter von 14 bis 16 Jahren haben sich an sieben Seminartagen mit der Sozialpädagogin Daniela Willrodt von der Quickborner Suchtberatungsstelle wichtige Informationen erarbeitet, die sie nun an ihre Mitschüler weitergeben können.
„Wir haben zum Beispiel gelernt, wie man mit Süchtigen umgeht“, erzählt Morina Valgorena, 16. „Zuhören zu können ist das Wichtigste dabei.“ Außerdem erfuhren sie, wie schädlich die Suchtstoffe für den Menschen sind und wie schnell man davon abhängig werden kann, berichtet Celina Möller, 15. „Das hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir haben viel gelernt“, sagt Martina Jansen, 14.
Geplant sei nun, dass die Suchtexperten künftig eine regelmäßige Sprechstunde an der Schule anbieten, um ihren Mitschülern bei Problemen in ihrem Freundes- und Familienkreis helfen zu können.
Schulleiter Andreas Kelber übereichte den Schülern, die diese Workshops in ihrer Freizeit besuchten, die Teilnahme-Zertifikate. Damit würden diese sich nicht nur zu kompetenten Gesprächspartnern für ihre Mitschüler qualifizieren. „Ihr könnt diese Urkunden auch gut bei künftigen Bewerbungen für euch sprechen lassen.“
Viele Arbeitgeber würden heute neben den Zeugnisnoten auf das soziale Engagement ihrer Mitarbeiter achten. „Ihr habt damit unter Beweis gestellt, dass ihr kommunikativ seid und euch für eure Mitschüler einsetzen wollt. Damit habt ihr für euer ganzes Leben gelernt.“
Für die Schule war dies nicht die erste Zusammenarbeit mit der Suchtberatungsstelle. So lernte ein Teil der 810 Schüler, wie sie „richtig chatten“ sollten, ohne andere zu beleidigen oder zu viel von sich selbst preiszugeben. Auch als Streitschlichter und Bus-Engel-Betreuer engagierten sich seine Schüler erfolgreich, lobte Schulleiter Kelber. „Diese Probleme hat jede Schule. Das ist kein Schwerpunkt bei uns. Aber nun haben die Schüler fachlich angeleitete Gesprächspartner.“ (bf)
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