Schüler fragen: Wo bleibt unser Steuergeld?

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Finanzministerin Heinold erklärte den Berufsschülern wie Steuerpolitik im Land funktioniert Foto: bf
Norderstedt: Moorbekstraße 17 |

Finanzministerin Monika Heinold referierte in Berufsbildungszentrum Norderstedt

Norderstedt Aus berufenerem Munde hätten es die 190 Berufsschüler des zwölften Abiturjahrgangs am Berufsbildungszentrum in Norderstedt nicht erfahren können. Finanzministerin Monika Heinold erklärte den beruflichen Gymnasiasten mit dem Unterrichtsschwerpunkt Wirtschaft und Politik, wie der Landeshaushalt funktioniert, wohin die Steuereinnahmen fließen und was Bund und Kommunen davon abbekommen. „Das ist gelebte Finanzpolitik, die Sie heute hier erklärt kriegen“, kündigte Berufsschulleiterin Ina Bogalski die ungewöhnliche Unterrichtsstunde an.

„Monetenkieker“

Damit das Thema nicht zu trocken rüberkommt, zeigte die Finanzministerin Heinold anschaulich an zahlreichen Beispielen, wie das föderative System in fiskalischen Dingen in unserem Land abläuft. Dafür hat das Ministerium eigens ein Modul entwickelt, das sie „Monetenkieker“ nennt und mit dem jeder zu Hause selbst am Rechner im Internet nachvollziehen kann, wie viel seines Steuergeldes für welche Bereiche ausgegeben wird. So fragte sie die Schüler, was sie wohl an Steuern zahlen würden, wenn sie nach dem Abitur anfingen zu arbeiten und etwa 20.000 Euro brutto im Jahr verdienten. Einer wusste sofort, dass es wohl etwa 2000 Euro Steuern wären. 300 davon erhält die Kommune, in der der Steuerzahler wohnt. Die restlichen 1700 Euro teilten sich Bund und Land gleich auf, führte die Ministerin aus. Die Städte und Gemeinden finanzierten davon ihre Schulen, Kindergärten, Sportplätze oder Schwimmbäder. Der Bund komme für Autobahnen, soziale Belange, die Bundeswehr oder Asylbewerber auf.

Anschaulicher Crashkurs

Hoch interessant empfanden es die Schüler auch, dass von den 180 Euro für Bildung etwa 108 Euro an die Schulen gingen, wovon die Grund- und Berufsschulen jeweils 17 Euro und die weiterführenden Schulen 61 Euro abbekämen. Den anschaulichen Crashkurs durch die Haushaltspolitik mache sie zum sechsten Mal in einer Berufsschule, erklärte Ministerin Heinold später. Diese jungen Menschen, die bald selbst im Berufsleben stünden und Steuern zahlen müssten, sollten verstehen lernen, warum und wofür ihr Geld ausgegeben wird. (bf)
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