Schulz auf Tour in Norderstedt

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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz diskutierte mit Schülern des Coppernicus-Gymnasiums Foto: Blume

Kanzlerkandidat der SPD bei Schülern des Coppernicus-Gymnasiums

Von Claudia Blume
Norderstedt
Morgens Hamburg, mittags Rendsburg, nachmittags Norderstedt und abends Ahrensburg – Kanzlerkandidat Martin Schulz scheint sich im Eiltempo vorstellen zu wollen. Am Mittwoch vergangener Woche gab der Hoffnungsträger der SPD eine gut einstündige Stippvisite im Garstedter Coppernicus-Gymnasium, um mit Oberstufenschülern zu sprechen. Bei den anstehenden Landtagswahlen im Mai können bereits 16-Jährige ihre Kreuzchen machen.

Neue Lichtgestalt der SPD


Eine knappe Woche hatte SPD-Ortsvorsitzende Katrin Fedrowitz Zeit zum Organisieren des Besuchs. „Martin Schulz als Europa-Politiker eine Bühne in unserer Europa-Schule zu bieten, passte perfekt“, erzählt die 44-jährige Landtagsabgeordnete. Die neue Lichtgestalt der Sozialdemokraten kam, umringt von Bodyguards, fünf Kamerateams und Reportern aus ganz Deutschland, und bahnte sich einen Weg durchs Schulforum hin zur Aula. Schulz informierte sich an Projektständen über Erste-Hilfe-Maßnahmen und ließ sich den Blutdruck messen. „Er hat sich sogar in unsere Unterschriftenliste eingetragen, die sich gegen die Streichung der Kostenübernahme von Medikamenten für Mukoviszidose-Patienten einsetzt“, sagte eine Schülerin freudestrahlend.

120 Schüler


Auf dem Podium stellte er sich den Fragen von rund 120 Jugendlichen. Innere Sicherheit und Datenschutz, Flüchtlingspolitik und Abschiebung, Vermögenssteuer und Arbeitsplatzsicherheit – das Spektrum war groß und die Schüler gut vorbereitet. „Schließlich haben wir ab der achten Klasse das Fach Wirtschaft/Politik auf dem Lehrplan“, erklärte Schulleiterin Heike Schlesselmann stolz. Schulz nahm sich Zeit für jede Frage, überlegte länger, bevor er antwortete. Die AfD stehe für ihn auf einer Stufe mit der NPD, sei eine Schande für Deutschland und dürfe in unserer Verfassungsdemokratie nicht geduldet werden, sagte der Kanzlerkandidat und kritisierte die Rosinenpickerei einiger europäischer Staaten. „Finanzen ja, Flüchtlinge nein – so funktioniert die Europäische Gemeinschaft nicht.“ Ob er sich eine rot-rot-grüne Koalition vorstellen könne, fragte ein angehender Abiturient. Schulz schloss nichts aus: „Wer mit mir koalieren will, muss auf mich zukommen.“

Authentisch und sympathisch


Authentisch und sympathisch kam der Polit-Profi bei den Zuhörern an. „Gut möglich, dass ich meine Stimme der SPD gebe“, resümierte Erstwähler Lorenz, der damit im Trend liegt. Umfragen sehen die SPD bereits gleichauf oder leicht vor der CDU. „Wir haben schon zwölf Neueintritte“, frohlockte Norderstedts SPD-Frau Fedrowitz und blickte etwas verträumt den Rücklichtern des Limousine von Martin Schulz hinterher. Doch der war längst wieder auf Tour.
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