Schwitzen und Muskelkater garantiert

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Der zehnjährige Tino hat seine Initialen in die Messerklinge eingraviert Foto: blu

Auf dem Bauspielplatz Falkenhorst probierten sich Kinder als Schmiede

Norderstedt Beherzt schlägt Feenja mit einem stattlichen Drei-Kilo-Hammer auf einen rotglühenden Nagel, dem man seine ursprüngliche Form kaum mehr ansieht. Drei, vier Mal, dann muss der Eisenstift zurück in die Feuerschale, um bei 800 Grad für die nächste Bearbeitung wieder aufzuheizen.

„Das macht Spaß, aber ich hätte nicht gedacht, dass Schmieden so anstrengend ist.“ Ferienkind Feenja

„Das macht Spaß, aber ich hätte nicht gedacht, dass Schmieden so anstrengend ist“, gibt die Zwölfjährige zu, „Hufschmiede schwitzen doch auch nicht so, oder?“ Außer lauten Hammerschlägen auf dem Amboss ist wenig auf dem sonst so bevölkerten Bauspielplatz Falkenhorst zu hören. Konzentriert bearbeiten elf Kinder zwischen zehn und 13 Jahren ihre Werkstücke. Im Rahmen des Ferienpasses verwandeln sich an diesem Tag sechs Millimeter dicke und 20 Zentimeter lange Nägel in selbst geschmiedete Messer. „Das ist etwas ganz Besonderes“, findet Tino und hält stolz seine fertige Klinge hoch, auf der sogar seine Initialen eingeschlagen sind. „Wichtig ist, den Eisennagel von der Spitze an platt zu hauen und öfter zu wenden, damit die Klinge nicht krumm wird oder Dellen bekommt“, empfiehlt der Zehnjährige, der gerne Höhlen im Rantzauer Forst baut und in einem Steinzeitdorf bereits Steinäxte behauen hat. „Selber machen macht einfach mehr Spaß als etwas Fertiges zu kaufen“, sagt Tino, „und mein Messer gibt es nur ein einziges Mal.“ Oliver Behlke freut sich über so viel handwerkliches Engagement und gibt den Kindern Tipps und Hilfestellung für ihre Arbeit. „Morgen wird so manch einer Muskelkater haben“, sagt der Erzieher schmunzelnd, der seit zwölf Jahren auf dem Bauspielplatz arbeitet. Unterdessen hat Feenja den Griff für ihr Messer aus einem Stück Haselnussrute geschnitzt und mit einer Tischbohrmaschine mit einem Loch für die Klinge präpariert. „Jetzt kommt die Hochzeit“, erklärt Oliver Behlke und meint damit das Verbinden von Griff und Klinge – damit alles gut zusammenhält kommt etwas Leim dazu. „Mein Messer sieht toll aus“, findet Feenja, „das kommt gleich morgen beim Schnitzen im Wald zum Einsatz.“ (blu)
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