Sonderausstellung im Stadtmuseum

Anzeige
Marlen von Xylander und Manfred von Essen präsentieren die Pfefferkuchen-Schau im Stadtmuseum. Foto: Fuchs
Von Burkhard Fuchs
Norderstedt. Eine passendere Ausstellung für die Adventszeit ist kaum vorstellbar. „Pfeffernuss und Mandelkern“ ist die Schau, die Marlen von Xylander und Manfred von Essen noch bis zum 27. Januar im Stadtmuseum präsentieren. „Wir wollen die Besucher zur Weihnachtszeit mit einer Fülle von Gebäck, Broten und Plätzchen erfreuen und ihnen zugleich etwas über die Geschichte und Herkunft dieser Backwaren erzählen“, sagt Marlen von Xylander.
Die Besucher erfahren auch allerhand über die Zubereitung und die verschiedenen Vorlieben beim Gebäck in anderen Kulturen. So wird hier die Entstehung des Begriffs Pumpernickel erklärt. Dieses kraftvolle Brot aus Schrot und Roggenkörnern, das sie bei ihrem Einmarsch in Westfalen zu essen bekamen, sollen die Soldaten des französischen Kaisers Napoleon I. als „bon pour Nickel“ bezeichnet haben – gerade gut genug für Napoleons Pferd Nickel. Schon war dieser ungewöhnliche Name für ein Brot geboren.
Aber auch die aufwendigen Verzierungen von Brot und Gebäck und die internationalen Gebräuche werden thematisiert. So gibt es in katholischen Ländern Fastnachtskrapfen, Fastengebäck und Beichtwaffeln. Osterbrot und Pfingstwecken lassen sich die Menschen schmecken.
Eine folkloristische Gegenüberstellung zeigt die Andersartigkeit des Gebäcks in der Türkei, Israel und Usbekistan. Orthodoxe Juden verzieren ihr Gebäck gern mit einem Judenstern-Stempel.
Dabei sollen die Erfinder des Backens die alten Ägypter gewesen sein, erklärt Museumsleiterin Marlen von Xylander. Durch Zufall entdeckten sie vor rund 6000 Jahren, wie ein Brei aus Getreidekörnern und Wasser, von dem sie sich ernährten, auf einem von der Sonne erhitzten Stein zu Brot wurde. Kuchen wiederum gibt es erst seit Beginn des 18. Jahrhunderts, als mit dem günstiger werdenden Zucker die zuvor sauren Backwaren kräftig gesüßt werden konnten. In den Klöstern hatten die Mönche ihre Speisen meist mit Honig gesüßt.
Wie aufwendig und anstrengend herzustellen das Spritzgebäck sei, könnte hier jeder mal selber ausprobieren, sagt Marlen von Xylander. Es gibt jede Menge Rezepte, Illustrationen und Schautafeln. Sogar alte Puppenstuben mit Küchen sind hier zu sehen. Und natürlich darf auch an verschiedenen Ecken mal genascht werden. Das gilt vor allem für die Kinder, für die am Mittwoch, 28. November, ab 14.30 eine Weihnachtsbäckerei geboten wird. Das Museum im Friedrichsgaber Weg 290 ist mittwochs bis sonnabends von 15 bis 18 Uhr sowie am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet vier Euro. (bf)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige