Stadtwerke-Firma auf Erfolgskurs

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Theo Weirich vor einem Server Foto: Fuchs

Wilhelm.tel-Chef Weirich über Gewinn und die Flatrate-Pläne der Konkurrenz

Norderstedt. Eine schnelle Internetverbindung gehöre zur Daseinsvorsorge, sagt Theo Weirich. Er sei sich sicher, betont der Geschäftsführer von wilhelm.tel, dem Telekommunikationsunternehmen der Stadtwerke: „In wenigen Jahren wird der Internetzugang zum Grundrecht der Vereinten Nationen erklärt.“ Da sei es kontraproduktiv, diesen Internetzugang begrenzen oder drosseln zu wollen, wie dies die Telekom angekündigt hat. „Wir Internetanbieter müssen die Netz-Neutralität wahren. Dieses Grundrecht darf nicht verletzt werden.“
Die Stadtwerke-Tochter hat sich zu einem regionalen Großplayer entwickelt. Etwa 325.000 Internet-Kunden zähle wilhelm.tel heute, 35.000 in Norderstedt, 265.000 in Hamburg und den Rest in Henstedt-Ulzburg, Ellerau und Umgebung. In Norderstedt beträgt der Markanteil 85 Prozent, in Hamburg etwa 30 Prozent. Weirich: „In nur 14 Jahren ist unser Umsatz auf 47 Millionen Euro und der Gewinn für die Stadt auf 5,5 Millionen Euro geklettert.“
Der Internet-Traffic der wilhelm.tel-Kunden, der mehrere Teraybyte, das sind Billionen Bytes pro Tag ausmacht, hat inzwischen auch globales Gewicht. Die Global-Player Google, youtube und Akamay, die die Software für Microsoft und Apple im Netz vertreiben, haben inzwischen eigene Server im Norderstedter Rechenzentrum, berichtet Weirich. „So können unsere Kunden sofort ein Video von youtube herunterladen und es flimmerfrei auf dem PC, Laptop oder Smartphone ansehen.“
Weirich gehört dem Bundesvorstand der Glasfaser-Unternehmen, dem Verband deutscher Kabelnetzbetreiber, ANGA, an. Dort werde die Ankündigung desMarktführers Telekom mit seinen 12,5 Millionen Internetkunden, die Flatrate ab einer bestimmten Datenmenge zu drosseln, als der absolut falsche Weg angesehen, sagt Weirich. „Eine Flatrate darf nicht begrenzt werden, sonst ist es ja keine.“
Die Telekom wolle offenbar ein „Mautsystem für Internetautobahnen“ einführen, beschreibt Weirich. Motto: Wer zahlt, bekommt schnellen Zugang, wer nicht, holpert über Schlaglöcher.
Das müsse verhindert werden. Die Telekom hat inzwischen auf die allgemeine Kritik reagiert und angekündigt, Flatrates künftig weiter anzubieten, aber zu höherem Preis. (bf)
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