Streit um Wildwarnreflektoren in Norderstedt

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Auf der Norderstedter Seite schützen die blauen Reflektoren schon seit Jahren den Wildwechsel. Das möchte Jan-Willem Jurgens auch für die Bönningstedter Seite erreichen Foto: Fuchs

Jagdpächter Jurgens will K5 mit Reflektoren ausstatten, um Wildunfälle zu vermeiden. Verwaltung stellt sich quer

Von Burkhard Fuchs
Bönningstedt/Norderstedt
Der Bönningstedter Jagdpächter Jan-Willem Jurgens wagt einen neuerlichen Vorstoß, um an der Norderstedter Straße (K 5), die die Gemeinde mit Norderstedt verbindet, endlich blaue Reflektoren anbringen zu können, die das Wild besser schützen sollen. So hat er jetzt der Kreisverwaltung angeboten, ihr die 70 dafür benötigten Wildwarnreflektoren im Wert von 400 Euro kostenlos zur Verfügung zu stellen. Diese solle dann der für Verkehrssicherheit zuständige Fachdienst an die Straßenbegrenzungspfähle anbringen, die auf der östlichen Norderstedter Seite der A7 in Richtung Norderstedt bereits befestigt sind. Damit hofft der Jagdpächter nun, den Streit mit der Behörde im Sinne des Tierschutzes beilegen zu können. Erneut verlangt die Verwaltung von ihm, eine zweiseitige Sondernutzungsvereinbarung zu unterzeichnen, in der er sich schadensersatzpflichtig erklären soll. Das lehnt Jurgens ab. „Einen Nutzen haben die Reflektoren für mich nicht, sie nutzen ‘nur’ dem Verkehrsteilnehmer, dem Wild und der Kreisverwaltung, deren Aufgabe, für Sicherheit zu sorgen, damit unterstützt wird.“ Darum sei die Anbringung dieser Reflektoren „allein in öffentlichem Interesse“.

Reflektoren verringern Wildunfälle

Wie die positiven Erfahrungen aus anderen Jagdrevieren und insbesondere auf der anderen Seite der zurzeit wegen des A7-Ausbaus gesperrten Brücke zeigten, seien die Wildunfälle um bis zu 80 Prozent zurückgegangen, wo es diese Reflektoren gebe. Denn sie hielten die Rehe in der morgendlichen oder abendlichen Dämmerung vor dem Überqueren einer befahrenen Straße ab. Wenn Scheinwerferlicht der Fahrzeuge auf die blauen Reflektoren trifft, sei das wie ein Warnsignal für die Tiere und sie schreckten zurück, erklärt der Jagdpächter die Funktion der Reflektoren. An der K5, die zurzeit wegen der Erneuerung der A7-Brücke kaum befahren ist, ereigneten sich pro Jahr etwa acht tödliche Wildunfälle im Jahr.

Kreisbehörde will sich nicht äußern

Die Kreisbehörde gibt sich noch uneinsichtig und will sich zum laufenden Widerspruchsverfahren von Jan-Willem Jurgens nicht äußern. „Natürlich
sind wir behilflich, wo wir dies mit einem vertretbaren Aufwand leisten können. So haben wir an der K5 durch das Aufstellen des Verkehrszeichens Nr. 142 StVO (Wildwechsel) eine Warnung der motorisierten Verkehrsteilnehmer vor den Gefahren vorgenommen“, teilt Behördensprecher Oliver Carstens auf Anfrage des Wochenblatts mit.
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