Streitobjekt Schule Rugenbergen

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Die Schule Rugenbergen in Bönningstedt, geleitet von Maike Hinrichsen aus Norderstedt, gilt als eine der besten Gemeinschaftsschulen der Region. Foto: Fuchs

Ellerbek lehnt einen Schulzweckverband ab

Bönningstedt/Hasloh. Klar ist, dass Bönningstedt und Hasloh zum 1. Januar 2013 aus dem Amt Pinnau ausscheiden und von der Stadt Quickborn verwaltet werden.
Unklar ist, wer dann die Schule Rugenbergen übernimmt, die bislang Hasloh und Bönningstedt zusammen mit Ellerbek finanzieren. Die ersten beiden Gemeinden plädieren dafür, dass es so bleibt und die drei Kommunen einen Schulzweckverband gründen. Das lehnt Ellerbek entschieden ab und fordert, dass die beide anderen alle Verpflichtungen übernehmen einschließlich ihres Kreditanteils von rund einer Million Euro von der jüngsten Schulsanierung in Höhe von drei Millionen Euro.
Diese Positionen stehen unversöhnlich gegenüber. Weder ein gemeinsames Gespräch der betroffenen Bürgermeister mit der Kreisverwaltung noch eine große Runde mit allen Fraktionschefs und Schulrat Michael Doppke konnten bislang die Kuh vom Eis bewegen. Die Zeit drängt, warnt Doppke. „Der gute Ruf der Schule darf durch diesen Streit nicht gefährdet werden. Die Eltern brauchen Klarheit. Das Gezerre um die Schulträgerschaft muss endlich aufhören.“ Die Kontrahenten vereinbarten jetzt auf Wunsch von Amtsvorsteher Wilfried Hans, ihre Positionen noch mal zu überdenken und diese der Amtsverwaltung kurzfristig mitzuteilen.
Die Gemeinschaftsschule mit ihren 360 Schülern sei eine der besten ihrer Art im Kreis Pinneberg, urteilt Schulrat Doppke. Von den 360 Schülern kommen 110 aus Bönningstedt, 100 aus Quickborn, 60 aus Hasloh, 45 aus Ellerbek und jeweils ein halbes Dutzend auch aus Norderstedt und Hamburg.
Die sinkende Zahl der Schüler aus seiner Gemeinde sei ein Argument, dass Hasloh und Bönningstedt es allein machen sollten, findet Ellerbeks Bürgermeister Günther Hildebrand. „Wenn Quickborn es künftig verwaltet, sind wir doch nur noch fünftes Rad am Wagen. Für einen Schulzweckverband zu dritt sehe ich keine Chance. Wir sind aber bereit, über den Kostenausgleich zu reden.“ Über die Höhe und wie dieser abzuzahlen wäre. Dafür fehlten aber noch entscheidende Angaben, wie sich die Schulkostenbeiträge errechnen, sagt Bönningstedts Bürgermeister Peter Liske. Der errechnete Buchwert der Schule von 1,5 Millionen Euro sei da wenig hilfreich. „Entscheidend ist der Verkehrswert.“ Liske glaubt, dass dieses Problem ohne einen Experten aus dem Kieler Bildungsministerium kaum zu lösen ist.
Hasloh wiederum hält von einer alleinigen Trägerschaft mit Bönningstedt nichts und will, dass Ellerbek im Schulboot bleibt. Da dreht sich das Problem im Kreis.
Die ursprüngliche Rechtsauskunft von Schulrat Doppke, dass das Amt formal Träger der Schule bliebe, wenn sich die drei Kommunen zu keiner gemeinsamen Lösung durchringen können, ist inzwischen überholt. Die im Frühjahr geänderte Gemeindeordnung lässt es nicht mehr zu, dass eine Gemeinde (Ellerbek) diese Aufgabe auf das Amt übertrüge, erläutert der Leitende Verwaltungsbeamte Detlev Brüggemann. Das müssten mindestens zwei Gemeinden tun. (bf)
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