Stromausfall in Norderstedt: Vorsorge treffen

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2011 fiel in ganz Glashütte der Strom aus. Nach Weihnachten war Friedrichsgabe im Dunkeln Foto: Fuchs
Viele Bürger und Betriebe verlassen sich im Notfall auf andere

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt
Wie abhängig unser gesamtes hoch modernes Leben von einer funktionierenden Stromversorgung ist, zeigte sich jüngst wieder in Norderstedt, als einen Tag nach den Weihnachtsfeiertagen für einige tausend Haushalte im Stadtteil Friedrichsgabe drei Stunden lang der Strom ausfiel. Allein in der Leitstelle der Feuerwehrzentrale riefen daraufhin 350 zum Teil sehr aufgebrachte und erboste Bürger an und beschwerten sich, sagte jetzt Joachim Seyfert, der zuständige Amtsleiter für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz in der Stadtverwaltung.

Info-Abend bei der Feuerwehr


Aus diesem Grund lud die Stadt Norderstedt in das Feuerwehrtechnische Zentrum ein, um zu zeigen, wie sich Privatpersonen und Unternehmen auf die Folgen eines Stromausfalls einstellen können. Wichtig sei in diesem Fall natürlich, dass die Notrufleitungen freigehalten werden. „Einige Anrufer blockierten mit ihren Anfragen sogar den so wichtigen Notruf 112“, kritisiert Seyfert. Natürlich hätten die örtlichen Feuerwehrkräfte versucht, die Bürger zu beruhigen und ihnen Hilfestellung zu geben. In einem Altenheim hätten sie sogar mit ihren Notstromaggregaten sichergestellt, dass das Beatmungsgerät eines Bewohners weiter betrieben werden konnte, weil es sonst lebensgefährlich für ihn geworden wäre. Doch grundsätzlich müssten die Bürger wie auch die Betriebe für solche unvorhergesehenen Notfälle selber Vorsorge treffen, betont Seyfert. „Die Feuerwehr ist dafür da, die medizinische Versorgung und die allgemeine Sicherheit in der Stadt aufrechtzuerhalten. Für alles andere sind zunächst Bürger und Unternehmen selbst verantwortlich.“

Haltbare Lebensmittel und Medikamente


Erst am dritten Tag, an dem kein Strom vorhanden sei, könnten die Hilfskräfte von Feuerwehr und Katastrophenschutz beispielsweise mit der Verteilung von Lebensmitteln und Hilfsgütern beginnen. Vorher sei dies aus technischen und infrastrukturellen Gründen weder möglich noch gewollt. Es wird geraten, haltbare Lebensmittel und Medikamente ständig als Vorrat für solche Notfälle anzulegen. Auch Kerzen, Taschenlampen, Batterien, Campingkocher, Petroleumlampen und batteriebetriebene Radios könnten im Ernstfall hilfreich sein, um die stromlosen Stunden und ersten Tage zu überbrücken, rät Seyfert. Denn wenn der Strom ausfällt, geben praktisch alle Geräte unseres modernen Haushalts ihren Geist auf. Heizung, Computer, Internet, Fernseher, Wasserversorgung, Telefon, Herd – alles funktioniert nicht mehr. Zudem blieben Geschäfte, Banken, Tankstellen geschlossen, weil weder die Technik noch Sicherheitssysteme oder Kassen laufen würden. Gleichwohl wollen Stadtverwaltung und Feuerwehr-Amt die Bürger früh und umfassend über die Notlage, deren Dauer und was zu tun wäre, informieren. Darum soll noch bis März eine entspreche App fürs Smartphone veröffentlicht werden, die diese Informationen liefert.
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