Tagesmütter gesucht

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Tagesmutter Carmen Köster mit ihren Schützlingen Ole und Lea, die sie in ihrem Haus in Quickborn betreut, solange deren Eltern zur Arbeit sind. Fotos (2): Fuchs
 
Christiane Behncke (links) und Wiebke Lohse-Leowald von der Familienbildungsstätte suchen wieder Frauen und Männer, die sich zu Tagesmüttern und –vätern ausbilden lassen wollen. Tel.: 04101/8450152, E-Mail: tagesmuetter@fbs-pinneberg.de

280 Krippen-Betreuungsplätze fehlen in Norderstedt

Quickborn/Norderstedt. Kinder unter drei Jahren werden heute häufig von Tagesmüttern betreut. So auch in Quickborn, wo diese Arbeit von der Familienbildungsstätte (FBS) in Pinneberg koordiniert wird.
Wenn zum 1. August nächsten Jahres alle Eltern kleiner Kinder einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz haben, werde der Bedarf noch weiter steigen, ist Christiane Behncke von der FBS überzeugt. „Die vorhandenen Betreuungsmöglichkeiten werden mit Sicherheit nicht ausreichen“, prophezeit sie. „Die meisten Mütter wollen oder müssen nach einem Jahr Erziehungsurlaub wieder arbeiten und suchen flexible Möglichkeiten, die ihren Arbeitszeiten entsprechen, wo sie ihre kleinen Lieblinge den ganzen Tag in Obhut wissen.“
Darum bietet die FBS wieder verstärkt Ausbildungskurse für Tagesmütter und –väter an, die im Januar 2013 starten. 17 Plätze stehen zur Verfügung. Die Kurse, die jeden Teilnehmer 185 Euro kosten, laufen zweimal wöchentlich von 19 bis 22 Uhr und umfassen 160 Stunden Unterricht sowie ein Praktikum mit 40 Stunden. Parallel dazu können die angehenden Tagesmütter bereits bis zu drei kleine Kinder in ihrer Wohnung oder in ihrem Haus betreuen, erklärt Wiebke Lohse-Leowald von der FBS. Nach der Ausbildung sind es bis zu fünf Kinder je Tagesmutter.

Umorientierung
Eine von ihnen ist Carmen Köster. Die Quickbornerin wollte sich nach 25 Jahren Arbeit als Friseurin beruflich umorientieren. Darum belegte sie einen Kursus bei der FBS, um eine Kindertagespflege-Person zu werden, wie Tagesmütter im Amtsdeutsch heißen. 94 Tagesmütter und ein Tagesvater sind es zurzeit, die insgesamt 470 Kinder betreuen.
350 Kinder davon sind unter drei Jahren alt.
„Mir macht die Arbeit mit den Kindern unheimlich viel Spaß“, sagt Neu-Tagesmutter Carmen Köster. Sie betreut zurzeit Ole, 2, und Lea, 1, montags bis freitags von 7 bis 15 Uhr beziehungsweise 17 Uhr. „Diese Arbeit macht einen aktiver und wacher“, erzählt sie. „Ich kann das nur jedem empfehlen.“ Sie bedauere jetzt schon, wenn sie ihre Schützlinge wieder abgeben muss.
Auch für sie als erfahrene Mutter eines Sohnes, der inzwischen 20 Jahre alt ist, sei die Ausbildung bei der FBS sehr sinnvoll, findet Carmen Köster. „Man trifft auf andere Tagesmütter, tauscht sich aus und erfährt viele nützliche Dinge rund um die Kinderbetreuung.“ So gehörten Informationen zur Entwicklungspsychologie, Pädagogik, Sprachentwicklung, Ernährung und Rechtskunde zu den Inhalten. „Wir orientieren uns da an den Vorgaben des Bundesverbandes für Tagespflege“, sagt Christiane Behncke von der FBS. „Und das schon seit 15 Jahren.“
Viele Eltern würden ihre kleinen Kinder lieber einer Tagesmutter als einer Einrichtung anvertrauen, weiß Christiane Behncke. Diese könnten die Kinder oftmals flexibler von frühmorgens bis abends oder bei Schichtarbeiten betreuen als dies manche Kita anbiete. „Auch darum ist der Bedarf ungebrochen groß.“
Dabei sind Tagesmütter in der Regel etwas teurer als Krippenplätze in den Kitas. Drei bis vier Euro pro Stunde je nach Dauer der Betreuungszeit müssten die Eltern für ein Kleinkind bezahlen, berichtet Christiane Behncke. Das wären bei einer Ganztagesbetreuung bis zu 600 Euro im Monat.
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