Tangstedt plant Häuser für Flüchtlinge

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Auf dieser Wiese an der Eichholzkoppel könnte ein neues Gebäude zur temporären Flüchtlingsunterbringung entstehen Foto: blu

Dorf sucht dringend Wohnraum

Tangstedt Das 6.500-Einwohner-Dorf Tangstedt sucht dringend Wohnraum für künftige Asylbewerber. „Bisher sind 44 Personen in Schlichtwohnungen und Privatunterkünften untergebracht, doch bis zum Ende des ersten Quartals 2016 rechnen wir mit zusätzlich 100 bis 140 Menschen“, sagt Tangstedts Bürgermeister Norman Hübener. Als die Amtsverwaltung zukünftig Tangstedts einzige Turnhalle belegen wollte, brachte der Bürgermeister das größtenteils ungenutzte alte Rathaus ins Spiel. So entstanden in den vergangenen Wochen im zweigeschossigen Altbautrakt Wohnräume, die nun bezugsfähig auf 15 bis 20 Flüchtlinge warten. Einziger Haken: Die Kreisverwaltung muss noch die Nutzungsänderung genehmigen, da das Gebäude bislang nur für Gewerbe zugelassen ist. „Wir hoffen, dass die Zusage umgehend erfolgt. Die Zeit drängt“, sagt Hübener. Auch über Neubauten macht man sich in Tangstedt Gedanken. So sollen die bereits bestehenden Schlichtwohnungen direkt anliegend verdoppelt werden und Platz für zusätzlich 35 Personen bieten. Fertigstellung wäre frühestens im kommenden Sommer. „Wir wollen keine Wohncontainer und auch kein Zeltlager“, betont der Bürgermeister und setzt auf Dezentralisierung, um soziale Brennpunkte zu vermeiden. Eine Idee: Auf den gemeindeeigenen Grundstücken zwischen Hauptstraße und Kuhteich sowie neben dem Bolzplatz am Wassermühlenweg könnten Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge entstehen. „Wobei die Wiese an der Hauptstraße eindeutige Vorteile durch beste Anbindung an öffentlichen Nahverkehr sowie Einkaufsmöglichkeiten hat“, betont Hübener. Er denkt an ein ein- bis zweigeschossiges Gebäude mit Mehrfamilienhaus-Charakter für 20 bis 40 Personen. „Wichtig ist eine vernünftige Nachnutzung etwa als Seniorenwohnungen.“
Beide Grundstücke sind bisher Ausgleichsflächen – für eine andere Nutzung ist die Änderung des Bebauungsplanes nötig. Im November entscheidet die Gemeindevertretung über die Prüfung eines solchen Vorhabens als auch über den Bau der Schlichtwohnungen. (blu)
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