Thormählen vor Abwahl?

Anzeige
Karin Hohnerlah gratulierte 2010 Thormählen zur Wahl. Jetzt möchte sie seine Nachfolgerin werden Foto: jae
Henstedt-Ulzburg. Torsten Thormählen, seit 14 Monaten vom Dienst suspendiert, wird mit großer Sicherheit nicht wieder ins Rathaus zurückkehren. Die Staatsanwaltschaft hat beim Amtsgericht Norderstedt gegen den 49-jährigen Verwaltungschef Strafbefehl wegen Betruges und des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt beantragt. Ob ein Strafverfahren eingeleitet wird, entscheidet sich möglicherweise schon in dieser Woche. Sein monatliches Grundgehalt von etwa 8000 Euro wird Thormählen für die gesamte Amtszeit von acht Jahren beziehen. Es sei denn, ihm würde der Beamtenstatus aberkannt werden. Beim Hauptausschuss am Dienstag, 14. Mai, wird entschieden, ob dem Antrag der FDP-Fraktion auf Abwahl stattgegeben wird. Eine große Mehrheit ist zu erwarten, nachdem auch die CDU, die den parteilosen Verwaltungschef einst in den Sattel hob, überraschend angekündigt hat, für den FDP-Antrag zu stimmen.
Nachdem gegen Torsten Thormählen beim Amtsgericht Norderstedt Strafbefehl erlassen wurde, ist eine Rückkehr ins Rathaus nahezu ausgeschlossen. Zudem gibt es eine Bewerberin für seine Nachfolge.
„Sollten die Bürger und Bürgerinnen Herrn Thormählen abwählen, dann werde ich antreten“, sagte Karin Honerlah. Fast auf den Tag genau vor drei Jahren scheiterte Honerlah beim Anlauf auf den Bürgermeister-Posten in Henstedt-Ulzburg. Zweimal hatte die Juristin 2010 das direkte Wahlduell gegen Thormählen verloren. Jetzt will es die Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft WHU erneut versuchen.
Die Wahl des neuen Bürgermeisters wird sicherlich nicht früher als im Frühjahr 2014 stattfinden. Bis dahin wird, wie bisher, Elisabeth von Bressensdorf als 1. stellvertretende Bürgermeisterin die Amtsgeschäfte führen. Voraussetzung ist, dass die CDU bei der Kommunalwahl am 26. Mai die stärkste Fraktion wird, „Dazu bin ich bereit, obwohl es ein harter Job ist“, sagte die Juristin.
Geklärt werden muss auch das Strafmaß, das Torsten Thormählen erwartet. „Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, in den Jahren 2007 bis Mitte 2011 seine Nebentätigkeit als Vorstand der Kommunalbetriebe Ellerau seinen Dienstherren nicht vollumfänglich angezeigt zu haben, um dadurch der Abführungspflicht für die erhaltenen Gelder zu entgehen“, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Es sollen Schäden von 56.000 Euro (in Norderstedt) und
13.800 Euro (in Henstedt-Ulzburg) entstanden sein. Angeblich soll die Staatsanwaltschaft für Thormählen eine zehnmonatige Bewährungs-Haftstrafe beantragt haben.
Ein zweites Verfahren, das den Vorwurf der Bestechlichkeit sowie der Untreue zum Gegenstand hatte, wurde eingestellt. „Herr Thormählen war nie bestechlich, die Anschuldigungen wurden von Anfang an zu Unrecht erhoben“, teilte Thormählens Verteidiger Prof. Michael Gubitz (Kiel) mit.
„Alle Steuern bezahlt“
Die Auffassung, Herr Thormählen hätte einen Betrug begangen, sei nicht zu rechtfertigen. „Die Verteidigung hat nachgewiesen, dass eine Strafbarkeit nicht gegeben ist“, so Gubitz. Auch dem Vorwurf der Steuerhinterziehung sehe sein Mandant gelassen entgegen. Er habe alle fälligen Steuern bezahlt. Thormählen will sich nicht zu den Anschuldigungen äußern. (jae)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige