Umweltpreis für Schüler

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Svea Alessa Lunding (links) und Anna-Valeria Dilger aus Hasloh in ihrem Element beim Erforschen des Ökosystems der Mühlenau. Foto: Fuchs

Quickborner Gymnasiastinnen erhalten 700 Euro Preisgeld

Von Burkhard Fuchs
Hasloh/Quickborn. Der Forschergeist hat sie gepackt und nicht wieder losgelassen. Seit drei Jahren beschäftigen sich Anna-Valeria Dilger, 14, und Svea Alessa Lunding, 15, mit Projekten in ihrer Umwelt und haben bereits zahlreiche Jugend-forscht-Preise damit eingeheimst.
Nun sind die beiden Freundinnen aus Hasloh beim Bundesumwelt-Wettbewerb mit 700 Euro für ihr nachhaltiges Umwelthandeln ausgezeichnet worden.
Die beiden Schülerinnen des Elsenseegymnasiums in Quickborn waren neben einer Schülerin aus Husum die einzigen Preisträger aus Schleswig-Holstein, die die Deutsche Umwelthilfe bei der Preisverleihung im Nationalpark Hainich bei Eisenach im Thüringer Wald ausgezeichnet hat.
„Wir freuen uns natürlich sehr darüber“, sagt Anna-Valeria. Sie hätten sich schon etwas erhofft, als sie dorthin eingeladen wurden.
„Aber dass es am Ende so viel Geld geworden ist, damit haben wir nicht gerechnet.“ Im vorigen Jahr sind die beiden Schülerinnen aus Hasloh auf Bundesebene noch leer ausgegangen.
Sie hatten ihre wissenschaftliche Untersuchung der Gewässer-Qualität der Mühlenau eingereicht, mit der sie bei Jugend-forscht gewonnen hatten. Aber es fehlte noch der Impuls zum nachhaltigen Handeln, daher riet die Preis-Jury den eifrigen Schülerinnen aus Hasloh weiter zu forschen.
Und das taten die beiden dann auch. Sie setzten einerseits ihre Untersuchung fort, die Schadstoffbelastung des 21 Kilometer langen Baches zwischen dem Himmelmoor in Quickborn und der Pinnau in Pinneberg anhand des Sauerstoff-, Nitrit-, Phosphat- und Ammoniakgehalts zu dokumentieren.
Sie maßen die Wassertemperatur an verschiedenen Stellen und zählten die Wassertiere in einem Liter Auwasser. Zusätzlich taten sie selber etwas für ein besseres Ökosystem an der Mühlenau, die direkt an ihrem Zuhause in Hasloh vorbeifließt. „Wir haben Müll gesammelt, 50 Erlen gepflanzt und aus Weidenstöcken Nistplätze für den Eisvogel geschaffen“, berichtet Svea Alessa. Der Eisvogel war noch vor 75 Jahren an der Mühlenau heimisch. Die Erlenwurzeln wiederum sollen den Fischen bei Hochwasser besseren Schutz beim Laichen geben. Außerdem haben die jungen Forscherinnen zahlreiche Herkules-Stauden vom Ufer entfernt, die sich dort breit gemacht hatten und anderen Pflanzen das Leben schwer machten. So viel Einsatz für den Umweltschutz beeindruckte die Fachjury. Das Geld haben sie sich natürlich schwesterlich geteilt. Es soll jetzt für weitere Forschungsprojekte und eine Reise ausgegeben werden.
Ihre Biologie-Lehrerin Astrid Wasmann-Frahm, die das Talent und den Forscherdrang der Hasloher Mädchen schon früh erkannte und förderte, freut sich auch sehr über diese Preisverleihung. „Leider wird die Fähigkeit, umweltbewusst zu handeln, immer noch nicht so wertgeschätzt wie sportliche Leistungen“, bedauert sie. „Dabei ist es für die Zukunft so wichtig, dass die nächsten Generationen unsere Umwelt erhalten, die wir eigentlich schon zerstört haben.“ Gerade für den nachhaltigen Natur- und Umweltschutz sei es notwendig, dass das Bewusstsein zu einem entsprechenden Handeln führt, sagt die engagierte Lehrerin, die künftig selber als Professorin für Biologie-Didaktik an der Universität Vechta. (bf)
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