Verein plant Zukunft

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Peter Hunger (l.), Karla Frielitz und Wolfgang Sacher vom Lebenshilfe Verein Foto: now

Lebenshilfe organisiert Freizeitaktivitäten für Menschen mit Handicap

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Genauso wie Menschen, die ohne geistige und körperliche Behinderung geboren wurden, wünschen sich Männer und Frauen mit Handicap eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung. In Norderstedt sind sie im Verein Lebenshilfe organisiert. Von Dienstag bis Sonntag fahren die festen Gruppen gemeinsam zum Beispiel auf den Dom, besuchen Spiele des HSV, Kegeln gemeinsam oder sitzen einfach zusammen zum Spielen und Klönen. Betreut werden die Jugendlichen und Erwachsenen von zwei Pädagogen. Sie entwerfen gemeinsam mit den Gruppen ein Programm für Ausflüge und Aktivitäten. Im Sommer finden begleitete Ferienfreizeiten statt. Darüber hinaus können sich die Vereinsmitglieder in der Theatergruppe, die „Bunten Marmeln“, unter der Leitung Silke Ahrens-Rapude, engagieren. Mit dem Stück „Wir sind stark - Abenteuer mit Paule Pen“ feiern die Schauspieler am Sonnabend,
8. November, 15 Uhr, im Festsaal am Falkenberg (Langharmer Weg 90) Premiere. Eintritt zwei Euro.
Auch ältere Behinderte werden künftig betreut
„Wir sind die Lobby und Interessenvertretung unserer Kinder“, sagt Karla Frielitz, Vorstandsmitglied. Ihr Sohn ist 47 und lebt in einer betreuten Wohnanlage der Lebenshilfe Werke Norderstedt. Seit 25 Jahren arbeitet die gelernte Kinderkrankenschwester in der Eltern Selbsthilfevereinigung in Glashütte im Vorstand. Heute hat der Verein 140 Mitglieder, neben Karla Frielitz leiten Wolfgang Sacher als Vorsitzender, Thomas Beck als Schatzmeister, Peter Hunger und Heinz Liebich als Beisitzer die Geschicke des Vereins. Vier Vorstandsmitglieder haben selbst behinderte Kinder im Erwachsenenalter. Heinz Liebich arbeitet in einer Außenstelle der Norderstedter Werkstätten.
Weil es die Zivildienstleistenden seit Abschaffung der Wehrpflicht nicht mehr gibt, tat sich der Verein in den vergangenen Jahren schwer mit dem Angebot. Versuche, Unterstützung durch den Bundesfreiwilligendienst zu bekommen, scheiterten an den unattraktiven Arbeitszeiten am Nachmittag und Abend. Deshalb haben vor allem die letzten 18 Monate den Vorstand viel Zeit und Energie gekostet. „Wir haben den Verein jetzt zukunftssicher gemacht“, so Wolfgang Sacher. Neue Technik mit Unterstützung des Lions Club Norderstedt, ein frisch eingestellter Mitarbeiter als Multifunktionskraft – so wollen die fünf als selbstständiger Ortsverein weiterarbeiten. Neue Aktionen hat Sacher auch schon geplant: „Wenn wir musikalische Betreuer finden, möchten wir wieder eine Songgruppe und eine Band aufstellen.“
Und vor allem wollen sie sich mit einem Problem beschäftigen, das andere Eltern normalerweise nicht umtreibt: „Was passiert, wenn unsere Kinder in Rente gehen?“ fragt Karla Frielitz. „Wir machen uns jetzt Gedanken über Angebote. Unsere Kinder können nicht wie andere für diese Zeit vorplanen“, so Sacher. Damit wird die Gestaltung der Freizeit behinderter Menschen für den Verein in eine neue Runde gehen. Aus den Anfängen von der Kinderbetreuung über Jugend- und Erwachsenen-Angebote zusätzlich zu Angeboten für ältere behinderte Menschen. Und für Thomas Beck als Schatzmeister stellt sich die Frage, wie dieses neue Angebot finanziert werden kann.

Mehr online unter lebenshilfe-norderstedt.de
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