Wahlkampf mit Fluglärm?

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Vor allem in den späten Abend- und frühen Morgenstunden müssen die Norderstedter Anwohner den meisten Fluglärm ertragen Foto: Fuchs

Norderstedter Politiker fordern Prüfung der Starts und Landungen in den Tagesrandzeiten

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt
Der vom Flughafen Fuhlsbüttel ausgehende Fluglärm ist ungleich verteilt. Fast jede zweite Maschine, die Hamburg ansteuert oder von hier aus startet, ist im Luftraum von Norderstedt zu hören und beeinträchtigt vor allem die Menschen des Stadtteils Garstedt. Dies ist seit vielen Jahren ein immer wiederkehrender Grund für die Norderstedter Politik, hier im Interesse der vielen betroffenen Norderstedter Bürger um Besserung bei den Verantwortlichen des Helmut-Schmidt-Flughafens und des Hamburger Senats zu bitten. Jetzt besuchte die Norderstedter SPD-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Katrin Fedrowitz den Hamburger Flughafen. Dabei wurde sie begleitet von dem Fraktionsvorsitzenden Reimer Rathje der Wählergemeinschaft „WIN – Wir in Norderstedt“, der es 2013 auf Anhieb gelang, mit dem Thema Fluglärm drei Ratssitze in der Norderstedter Stadtvertretung zu erlangen. Auch der Staatssekretär Frank Nägele aus dem Kieler Verkehrsministerium war mit von der Partie. „Als Norderstedterin weiß ich natürlich um die erhebliche Fluglärmbelastung der Bürger, die in der Einflugschneise, insbesondere im Bereich Garstedt, leben“, erklärt Fedrowitz. Dies sei vor allem in den Abend-, Nacht- und frühen Morgenstunden ein Problem, weil dann praktisch alle Starts und Landungen über Norderstedt abgewickelt werden sollen. Dies bedeutete im Sommer 2016, dass bis zu 82 Prozent der Starts zuzüglich der Landungen in Richtung Norden und nur 18 Prozent der Starts über die drei anderen Hamburger Bahnen starteten.

Kritik von den Grünen

WIN-Chef Rathje: „Bei dem Gespräch mit Flughafenchef Michael Eggenschwiler war die Unterstützung des Staatssekretärs Nägele, der die Interessen der schleswig-holsteinischen Bevölkerung klar in den Vordergrund rückte, sehr hilfreich.“ Als Ergebnis brachten die Norderstedter Politiker nach Hause, dass geprüft werden solle, die Start- und Landegebühren für die Tagesrandzeiten zwischen 6 und 8 Uhr morgens sowie zwischen 20 und 23 Uhr abends noch weiter anzuheben. Das könnte die An- und Abflüge für die Fluggesellschaften in diesen Zeiten unattraktiver machen und somit den Fluglärm mildern, hoffen die Politiker. Vor allem die rund 600 im vorigen Jahr verspätet ankommenden oder abfliegenden Maschinen nach 23 Uhr sind ein großes Ärgernis für die Bevölkerung Norderstedts. Für den Norderstedter Grünen-Fraktionschef Detlev Grube ist dies nichts als Wahlkampf. Die Initiative, die verspäteten Flieger mit weiteren Aufpreisen zur Pünktlichkeit zu animieren, gebe es schon länger. Da hätte es nicht bedurft, dass sich Fedrowitz und Rathje „hinter den Flughafen-Zug schmeißen“, kritisiert Grube. „Schade, ein so wichtiges Thema zum Wahlkampf zu missbrauchen und die Bürger zu verunsichern.“

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