Warnstreik trotz Kälte

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Rund 900 Mitarbeiter von E.on-Hanse traten vor der Hauptverwaltung in Quickborn in den Ausstand. (am Mikrofon Verdi-Verhandlungsführer Volker Stüben). Foto: Fuchs

900 E.on-Mitarbeiter protestierten gegen Gehaltsnullrunde

Von Burkhard Fuchs
Quickborn. Die eisigen Temperaturen hielten 900 Beschäftigte des Energieversorgungsunternehmens E.on-Hanse nicht davon ab, vor der Firmenzentrale für einige Stunden in den Warnstreik zu treten. Mit Trillerpfeifen und Buh-Rufen machten die Mitarbeiter aus 30 norddeutschen Standorten des Energiekonzerns ihrem Ärger Luft, dass ihr Arbeitgeber ihnen bislang eine Nullrunde beim Gehalt anbietet.
Thies Hansen, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates, war begeistert vom Einsatz seiner Kollegen. „Ich muss euch sagen: Ich habe noch nie so schön gefroren wie heute.“
Die Tarifverhandlungen beim größten deutschen Energieversorger treten auf der Stelle. Die Arbeitgeber seien Ende November mit dem Angebot, null Prozent mehr Gehalt zahlen zu wollen, in die Verhandlungen eingestiegen, sagte Volker Stüben, der für die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Verhandlungen führt.
„Der Vorstand hat jegliches Augenmaß für die Arbeitnehmer und ihre Familien verloren.“ Später habe der Arbeitgeberverband ein Angebot von 1,1 Prozent für die gesamte Energiebranche in die Debatte geworfen. Das sei viel zu wenig, sagte Stüben. Bei einer Inflationsrate von zwei Prozent würde dies einen Reallohnverlust für die 30.000 Beschäftigten in Deutschland bedeuten. Um der Arbeitgeberseite deutlich zu machen, dass die Mitarbeiter dies nicht akzeptieren würden, seien bundesweit 9000 E.on-Mitarbeiter in den kurzfristigen Ausstand getreten, sagte Stüben.
Quickborn. 900 der 2400 Mitarbeiter von E.on-Hanse trafen sich nach Gewerkschaftsangaben auf dem großen Vorplatz der Hauptverwaltung zu einer Kundgebung. Am Nachmittag wurde noch vor dem Atomkraftwerk Brokdorf an der Elbe gestreikt, das ebenfalls zum E.on-Konzern gehört. Betriebsrat und Gewerkschaft fordern mit Wirkung zum 1. Januar eine Erhöhung der Vergütungen um 6,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
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