Was Segebergs Kandidaten wollen

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Bundestagswahl 2013
 
Franz Thönnes (58), SPD, aus Ammersbek, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages
 
Gero Storjohann (55), CDU, Dipl.-Betriebswirt, aus Seth, Stellv. Vorsitzender im Bundestags-Petitionsausschuss

Die Direktkandidaten für den Wahlbezirk 8, Kreis Segeberg. Heute: CDU und SPD

Angela Merkel oder Peer Steinbrück? Wer wird künftig Deutschland regieren? Und wer kommt in den 18. Deutschen Bundestag? Diese Fragen werden am 22. September beantwortet. Die Wahlbenachrichtigungen sind bereits versandt. Am 22. September, zwischen 8 und 18 Uhr, können die Wähler in Wahllokalen ihre Kreuze machen können. Im Kreis Segeberg bewerben sich insgesamt neun Kandidaten, die das WochenBlatt in seinen nächsten Ausgaben vorstellen wird

„Der Kreis Segeberg ist wirtschaftlich gut aufgestellt. Auf Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft will ich unsere Stärken weiter ausbauen, besonders durch Investitionen in Bildung und Forschung und in eine leistungsfähige Infrastruktur. Die großen Chancen der Autobahn 20, Autobahn 21 und der festen Fehmarnbeltquerung werden wir konsequent nutzen. Die Schienenverbindung zwischen Bad Oldesloe und Hamburg sowie zwischen Kaltenkirchen und Hamburg haben meine volle Unterstützung. Der Fahrradverkehr wird im Nahbereich an Bedeutung zunehmen. Bei der Vernetzung mit dem ÖPNV, der Ausstattung der Abstellplätze, dem Fahrradwegeneubau und -unterhalt ist noch Verbesserungsbedarf. Meine Schwerpunkte möchte ich auch zukünftig im Deutschen Bundestag vertreten: Verkehrspolitik, Wohnungsbau- und Stadtentwicklungspolitik sowie das Petitionswesen. Bei all meinen Aufgaben in Berlin ist mir die unmittelbare Hilfestellung für die Bürger ein besonderes Anliegen.“
„Für unsere Region sind gute Lebens-, Arbeits- und Umweltbedingungen sehr wichtig. Ich setze mich für einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro/Stunde ein. Es ist nicht hinnehmbar, dass 25 800 Beschäftigte in Segeberg heute weniger verdienen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf will ich verbessern, zum Beispiel mit Kinderbetreuung in Notfällen und zu Sonderpreisen. Das bildungsfeindliche Betreuungsgeld gehört abgeschafft und die zwei Milliarden Euro in mehr Kindertagesstätten und Tagespflege investiert. Der Wohnungsneubau muss wieder verlässlich gefördert, eine Mietpreisbremse eingeführt und die Stromsteuer um 25 Prozent gesenkt werden.

Mehr Barrierefreiheit, Ehrenamt unterstützen

Wir brauchen mehr Barrierefreiheit sowie eine gute Pflege- und Versorgungsstruktur. Das Luftverkehrskonzept muss zwischen Bund und Ländern abgestimmt und für mehr Lärmschutz gesorgt werden. Und der Bund soll die wertvolle Arbeit der Ehrenämtler vor Ort direkt unterstützen können.“ (jae)

Klaus-Peter Eberhard 50 FDP

„Schleswig-Holstein darf nicht von der Entwicklung im restlichen Bundesgebiet abgehängt werden. Eine zukunftsfähige Infrastruktur ist die Voraussetzung für Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze. Der Ausbau der A20 über die A7 hinaus ist für unsere Region von hoher Bedeutung. Die Anbindung, auch kleinerer Orte, an schnelle Datennetze ist die zukünftige Voraussetzung für die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe wichtig. Auch für die Gesamtbevölkerung müssen moderne Datennetze zur Grundversorgung gehören.
Unsere Region kann einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten. Windenergie lässt sich im Norden effizienter „ernten“ als in vielen anderen Teilen Deutschlands. Die Gesundheitswirtschaft, mit Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Therapiezentren, hat gerade in unserer landschaftlich schönen und vielfältigen Region eine hervorragende Zukunftsperspektive. Kooperationen von Kliniken und freiberuflichen Ärzten und Therapeuten ermöglichen neue Chancen für diese Berufsgruppen und eine noch bessere Versorgung für uns alle.



Rainer Schuchardt 63 Freie Wähler

„Dringenden Handlungsbedarf sehe ich in der Umsetzung der Energiewende. Ich setze mich für eine gesicherte Abnahmepflicht regenerativer Energie durch die Netzwerkbetreiber ein. Für den notwendigen Ausbau der Netze sollen vorrangig die Autobahntrassen genutzt werden. Aus Wohn- und Erholungsgebieten sind Hochspannungsleitungen herauszuhalten.
Einen Schwerpunkt sehe ich in der Bewältigung der Verkehrsprobleme. Ich trete dafür ein, für den nicht ortsbezogenen Verkehr vermehrt Umgehungsstraßen zu schaffen. Bundes-mittel für den Straßenbau sollten entsprechend eingesetzt werden. Unsere ländlichen Regionen bieten die Grundlage für eine regionale Lebensmittelversorgung. Ich setze mich dafür ein, dass unsere Bauern einen angemessenen Preis für ihre Produkte erzielen und mittelständnische Landwirte stärker gefördert werden.“


Jörg Nobis 37 Alternative für Deutschland


„Ich setze mich für mehr Bürgerbeteiligung ein, um der Politikverdrossenheit in unserem Land entgegen zu wirken. Ich wünsche mir Volksentscheide auf Bundesebene nach Schweizer Vorbild, damit wir wahre Volkssouveränität im Sinne des Grundgesetzes erreichen. Eine Transfer- und Schuldenunion zu Lasten Deutschlands lehne ich strikt ab und ich möchte, dass die Europäischen Verträge um eine Euro-Ausstiegsklausel ergänzt werden.
Griechenland und anderen südeuropäischen Staaten muss die Möglichkeit eröffnet werden, den gemeinsamen Währungsraum zu verlassen. Die heillose Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung sehe ich als gescheitert an. Weitere Haftungsrisiken für die deutschen Steuerzahler dürfen nicht eingegangen werden. Dabei verstehe ich mich als überzeugter Europäer - gerade das motiviert mich, für ein friedliches und gerechtes Europa zu kämpfen.“



Peter Stoltenberg 64 Bündnis 90 Die Grünen


„Nach meinem Verständnis ist ein Abgeordneter nicht Lobbyist seines Wahlkreises, sondern dem Ganzen verantwortlich. Hinzu kommt, dass in meinem Wahlreis die Interessen zweier Landkreise zu berücksichtigen sind. Aber natürlich bringt man den heimatlichen Hintergrund und seine Kenntnisse aus den Kreisen und Kommunen in die Beratungen des Parlaments ein. Besonders einsetzen würde ich mich für den Ausbau des Schienennahverkehrs. Der Ausbau der S4 bis Bad Oldesloe und der S21 bis Kaltenkirchen sind für beide Landkreise notwendige Projekte und wären ein wichtiger Teil einer veränderten Verkehrspolitik. Darüber hinaus brauchen die Kommunen mehr Mittel für den Erhalt ihrer Infrastruktur, für den Ausbau der Kinderbetreuung und für die Umsetzung ihrer Klimaschutzkonzepte. Ich will mich einsetzen für die Versorgung der ländlichen Regionen mit Breitbandnetzen und für den Erhalt sensibler Naturräume.“

Oliver Grube 43 Piraten Partei


„Ich mache Politik aus Notwehr, denn ich mache mir große Sorgen um die Zukunft meiner Kinder und Enkel. Ob es um die Umwelt, den Verbraucherschutz, die Gentechnik oder um die Euro-Rettung und einen Kriegseinsatz in Syrien geht. Überall wird das Gemeinwohl immer häufiger den Interessen weniger geopfert. Ich glaube an eine Gesellschaft, die jenseits vom neoliberalen Marktradikalismus mit Herz, Solidarität und Fairness allen Menschen die Teilnahme ermöglicht. Freier Zugang zu Bildung, Förderung der Teilhabemöglichkeiten aber auch und gerade Transparenz in politischen Prozessen sind absolut notwendig, um verloren gegangenes Vertrauen der Menschen in die Volksvertreter wieder zu gewinnen. Piraten haben die Möglichkeiten der modernen Technik nicht nur erkannt, sondern schätzen ihre Gefahren auch realistischer ein.“

Miro Berbig 49 Die Linke

„Die kommenden Jahre im Bund und Land werden unter dem Diktat der sogenannten „Schuldenbremse“ stehen, von der mittlerweile Jeder weiß, dass sie keine Schulden abbauen hilft, sondern nichts anderes ist, als eine großangelegte Privatisierungskampagne öffentlichen Eigentums. Wenn es uns nicht gelingt, die chronisch unterfinanzierten kommunalen Haushalte auf eine solide Einkommensgrundlage zu stellen, werden die Städte und Gemeinden auch in unserem Land ihr Tafelsilber verkaufen müssen. Dabei geht es nicht nur um Stadtwerke, Bäder und Straßen, auch die Versorgung mit Trinkwasser, die Straßenbeleuchtung, ja sogar die Schulen werden Opfer gewinnorientierter Betreiber und das Leben in unseren Städten eben nicht erleichtern, sondern die Einflussmöglichkeiten der Bürger auf ihr direktes Lebensumfeld weiter schwächen. Diese Gefahr für unsere Demokratie gilt es abzuwenden!“
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