Was wird aus dem Bad?

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Lehrerin Astrid Reichert (li.) mit einem ihrer Schützlinge beim Training im Schwimmbad Friedrichsgabe Foto: now

Politik entscheidet über Erhalt des Lehrschwimmbeckens Pestalozzistraße

Norderstedt Wenn am Mittwoch, 3. Juni, die Mitglieder im Ausschuss für Schule und Sport über das Schwimmbad in der Pestalozzistraße entscheiden, wird Helge Wittkowski, Ausbilder bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), aufmerksam zuhören. Gemeinsam mit dem Schwimmverein Wasserratten und der Grundschule kämpft er für den Erhalt des Beckens. Das Besondere: In dem 85 Quadratmeter großen Bassin mit verstellbarem Boden übt immer nur eine Gruppe gleichzeitig. Astrid Reichert betreut gerade neun Kinder, die für die Seepferdchenprüfung trainieren.
„Hier ist es ruhig, die Umkleiden sind übersichtlich und wir können mit mehr Kindern gleichzeitig arbeiten“, erklärt sie die Vorzüge. Zwar nutzt die DLRG die neue Vereinsschwimmhalle am Arriba auch intensiv, doch für die Anfängerausbildung ist das Bad ganz im Norden der Stadt besser geeignet.
„Wenn fünf Gruppen gleichzeitig im Vereinsschwimmbad üben sollen, ist es laut, unübersichtlich und auch beengt in den Umkleiden“, so Wittkowski. In den vergangenen zwei Jahren hat er beobachtet, dass die Ausbildung in dem größeren Becken mehr Zeit braucht, da die Kinder dort stärker abgelenkt sind.

„Wir brauchen das Bad. Die Fahrzeit zum Arriba ist für Grundschulkinder zu weit.“ Oliver Babatz,Vorsitzender des Elternbeirates

Allein die Beaufsichtigung der Nichtschwimmer gestaltet sich in der größeren Vereinsschwimmhalle schwieriger. Im Bad an der Pestalozzi-Schule können die Nichtschwimmer auch mal ohne Begleitung kurz das WC aufsuchen. Dazu gibt es je zwei Umkleiden, die abwechselnd belegt werden. Dadurch können die Gruppen nahtlos das Becken nutzen. Das Lehrschwimmbecken wird dazu am Vormittag auch von den umliegenden Grundschulen und Kindertagesstätten sowie von der Volkshochschule Norderstedt genutzt. Oliver Babatz, Vorsitzender des Elternbeirates der Grundschule Friedrichsgabe: „Wir brauchen das Bad auf jeden Fall. Die Fahrzeit zum Arriba ist für die Grundschulkinder viel zu weit. Die Eltern unterstützen daher Helge Wittkowski, der in einem vierseitigen Schreiben an die Politik dargelegt hat, warum und auch mit welchen Mitteln das Bad zu erhalten wäre.
Denn das Schwimmbad kostet Geld. 126.000 Euro hat allein die Bewirtschaftung 2014 gekostet. Dazu kommen insgesamt Kosten für Mängelbeseitigung und Sanierung in Höhe von etwa 700.000 Euro. Nun müssen die Ausschussmitglieder erneut entscheiden, wie es mit dem Bad weitergehen soll. DLRG-Mann Wittkowski hofft auf den Fortbestand des kleinen Bades, das sich vor allem bei der Betreuung von Anfängern bewährt hat. Er hat auch eine Idee, wie die Stadt die Sanierung und Beseitigung der Mängel bezahlen kann.
„Es könnten Landesmittel beantragt und Nutzungsgebühren, die auf die Eltern umgelegt werden, erhoben werden.“ Laut Wittkowski seien Eltern mit Gebühren einverstanden, solange ihre Kinder in dem kleinen Bad bleiben können. (now)
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