Welche Farbe hat Alter?

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Von Generationen lernen: Mit dem Besuch aus der Grundschule Gottfried-Keller-Straße wurde fleißig gefachsimpelt – über Haustiere, Urlaubsländer und natürlich Fußball. Foto: pi

Von Generationen lernen: Schüler besuchen Senioren

Norderstedt. Angeregte Stimmen klingen durch den Gemeinschaftsraum der Tagespflege Norderstedt. In kleinen Gruppen sitzen die Tagesgäste um den großen Gemeinschaftstisch. Es ist eine Freude ihnen zuzusehen, wie sie so vertieft sind in ihre Gespräche.
Denn ihre aktuellen Gesprächspartner sind mitunter 60 Jahre jünger als sie. „Wir haben heute Besuch aus der Grundschule Gottfried-Keller-Straße“, klärt Margit Pieper, stellvertretende Leiterin der Tagespflege, die Situation auf. „Pastorin Alexandra Hector aus unserer Gemeinde ist mit einer ihrer vierten Klassen gekommen.“ Die älteren Gäste genießen sichtlich den „frischen Wind“. Angesteckt von der Tatkraft der jungen Generation erzählen sie den Kindern lebhaft aus ihrem Leben.
Seit 2006 betreut Pastorin Alexandra Hector die Grundschule Gottfried-Keller-Straße und geht regelmäßig mit den Klassen in Einrichtungen für Senioren. Die Tagespflege besucht sie heute zum ersten Mal. „Bisher waren wir immer in Seniorenheimen, dann fiel mir die Tagespflege direkt auf dem Kirchengelände ein. Hier bin ich auf viel Begeisterung für das Projekt gestoßen und hoffe daher, dass daraus eine Reihe von Besuchen werden.“ Für die Tagespflege ist es eine Selbstverständlichkeit, das Projekt der Pastorin zu unterstützen. „Unsere Gäste freuen sich schon jetzt auf die nächste Klasse“, lacht Pieper. „Uns ist der Austausch zwischen den Generationen generell sehr wichtig. Schließlich liegt die Tagespflege auch in direkter Nachbarschaft zu einem Kindergarten. Einmal in der Woche wird in unserem Gemeinschaftsraum ein Marktstand von den Norderstedter Werkstätten aufgebaut. Dann kommen auch die Kinder aus der Kita, um Bio-Obst und Gemüse zu kaufen. Wir glauben, dass sich Menschen mit großem Altersunterschied gegenseitig sehr bereichern können“, so die stellvertretende Leiterin. Tatsächlich ist das Zentrum an der Kirchenstraße eine kleine Ausnahme. Häufig sind die Berührungspunkte zwischen Jung und Alt nicht so zahlreich gesät. Für die meisten Kinder beschränken sie sich auf die Begegnungen mit den eigenen Großeltern. Zur Vorbereitung auf die Besuche setzten sich die Pastorin und Kinder daher intensiv mit der Wahrnehmung von Alter auseinander.
Ab wann ist man eigentlich alt? Und welche Farben hat Alter? „Im Vorfeld teilen die Kinder dem Alter oft die dunklen Farben zu. Schwarz, Braun und Grau symbolisieren für sie die Seniorengeneration. Nach unserem Besuch sind sie überrascht, wie bunt die älteren Menschen wirken. Nicht nur durch ihre farbenfrohe Kleidung, sondern auch in ihrer Art“, beschreibt Hector. (pi)
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