Wer zahlt den Schaden?

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Ein Dachstuhlbrand hat die neue Gemeinschaftsschule schwer beschädigt Foto: Fuchs

Baufirma haftet wohl nur teilweise für Brand an Schule

Norderstedt. Eigentlich hätte das neue Gebäude der Gemeinschaftsschule Harksheide im Oktober eröffnet werden sollen. Doch daraus wird nun nichts. Ein Dachstuhlbrand hat den 12,9 Millionen Euro teuren Neubau schwer beschädigt. Die Kripo ging nach ersten Ermittlungen von einem Sachschaden von rund einer halben Million Euro aus. Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote schätzt den Schaden sogar auf mehr als eine Million Euro. Er rechnet damit, dass nun der Schulaltbau abgerissen werden müsse.
80 Mann kämpften gegen die Flammen
Der Neubau hätte längst fertig sein sollen, sagt Stadtsprecher Hauke Borchardt. Doch nun müsse man froh sein, dass kein Schüler oder Lehrer zu Schaden kam. Lediglich ein Dachdecker zog sich bei dem Feuer eine Kopfplatzwunde zu und musste ambulant behandelt werden.
Ausgelöst haben den Dachstuhlband Schweißarbeiten am Dach. Beim Verschweißen von Bitumenbahnen, die für die Dichtigkeit des Daches sorgen, soll Funkenflug die Dachbalken oder das Isoliermaterial entzündet haben. Die Kripo muss nun den genauen Schaden feststellen und herausfinden, ob und welche Teile des Neubaus für den Unterricht genutzt werden können.
Unklar ist noch, wie sich die Gutachter bezüglich des Schadens einigen werden. Laut Stadtsprecher Hauke Borchardt prüfe die Versicherung der Baufirma, die zwar als Verursacher feststeht, in welcher Höhe sie für den Schaden haften muss. Es kann also sein, dass die Stadt nicht die gesamte Schadenssumme erstattet bekommt. „Für uns ist das eine unbefriedigende Situation“, sagt Borchardt. Er hoffe, dass es im Laufe dieser Woche erste konkrete Ergebnisse geben werde.
Unter schwerem Atemschutz mussten die freiwilligen Feuerwehren von Garstedt, Glashütte und Harksheide, die mit 80 Mann und drei Löschzügen und der Drehleiter ausgerückt waren, den Brand über die Drehleiter und von innen bekämpfen. Norbert Berg hatte als Wehrführer von Garstedt die Einsatzleitung inne. Auch die Feuerwehrkameraden aus Henstedt-Ulzburg waren zur Mithilfe alarmiert worden, berichtet Berg. Teile des Dachs und Zwischendecken stürzten dabei ein. Die Arbeiten seien schwierig gewesen, weil das Gebäude sehr verschachtelt sei. Am Ende kamen nach Bergs Einschätzung fünf Klassenräume und das Foyer des Neubaus zu Schaden. Für ihn und seine Leute war dies der Einsatz mit dem höchsten Sachschaden in diesem Jahr. Der gesamte Einsatz dauerte etwa vier Stunden.
„Einen Schulneubau haben wir noch nie vor seiner Einweihung verloren“, sagte Stadtsprecher Hauke Borchardt mit bitterer Miene.
Unklar ist, wann
Schulbetrieb startet
Noch ist unklar, wann der Schulbetrieb starten kann. Das Gebäude der ehemaligen Hauptschule Falkenberg wird seit etwa zwei Jahren umgebaut, um die Schüler der 2009 gegründeten Gemeinschaftsschule Harksheide aufzunehmen.
Die Jungen und Mädchen sind bislang in den Räumen der früheren Realschule Fadens Tannen untergebracht. Zudem wird ein Teil des Unterrichts in einem Container abgehalten. Ob ein zweiter Container angeschafft werden kann, ist davon abhängig wie hoch die Versicherungssumme sein wird. (bf)
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