Wie Kochen verändert

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Museumsleiterin Marlen von Xylander zeigt wie ein Apfelschäler funktioniert Foto: bf

Sonderausstellung im Stadtmuseum Norderstedt

Norderstedt. „Bratpfanne und Kochlöffel“ heißt die Sonderausstellung im Stadtmuseum (Friedrichsgarber Weg 290), die bis
26. Januar Exponate rund um das Thema Küche und die Zubereitung von Mahlzeiten gezeigt.
„Am Anfang des Kochens und der Zivilisation stand die Beherrschung des Feuers und die offene Feuerstelle“, sagt Museumsleiterin Marlen von Xylander. „Deshalb bildet sie bei uns den Mittel- und Ausgangsprunkt der Ausstellung.“
Schon vor Jahrtausenden versammelten sich die Menschen am Lagerfeuer, wo sie sich wärmten und Essen machten. Auch in den Häusern war die offene Feuerstelle, die mit Holz, Tierdung, Knochen oder Kohle am Brennen gehalten wurde, bis ins späte Mittelalter der Mittelpunkt im Raum. Erst im 16./17. Jahrhundert wurden Herde in einem eigens vom Wohnraum getrennten Bereich untergebracht. Die Küche war entstanden. Diese Entwicklung wird den Besuchern mit zahlreichen Objekten, Darstellungen und Erklärungen anschaulich aufgezeigt.

Von der Feuerstelle zur Küche

Gleiches gilt für die Kochgeräte, die anfangs nur aus Holzkeilen und Steinklingen, später Löffeln und Messern und erst seit dem 17. Jahrhundert auch aus Gabeln bestanden. Auf den Bauernhöfen in Schleswig-Holstein hatte jeder Bewohner seinen eigenen Löffel, der nach dem Essen in einem hölzernen Behälter bis zur nächsten Mahlzeit aufbewahrt wurde. „Daher kommt der Begriff ‚den Löffel abgeben‘, den wir heute auch als Synonym für das Sterben verwenden“, erklärt die Museumsleiterin. Nicht nur die Zubereitung und die Gerätschaften wandelten sich. „Auch wer gekocht hat, veränderte sich“, sagt von Xylander. Früher sei die ganze Familie mit dem Kochen beschäftigt gewesen.
Die Vielzahl an Kochtöpfen und Utensilien, die es heute in der Küche gibt, wird ebenso in der Ausstellung dargestellt wie frühe Methoden, Speisen länger haltbar zu machen, indem sie in Weckgläsern aufbewahrt wurden. Die Zeitspanne der Ausstellungsstücke reicht bis zur modernen Mikrowelle, mit der sich heute viele Singlehaushalte ihre oft tiefgefrorenen Mahlzeiten schnell warm machen. Die Geschichte der Tischsitten und zahlreiche Kochrezepte runden die Ausstellung ab. Sogar der Kult um die Starköche wird hier kulturhistorisch nachgezeichnet. (bf)

Geöffnet mittwochs bis sonnabends, 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr. Eintritt kostet vier Euro für Erwachsene und zwei Euro für Schüler und Studenten
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