Wirtschaft in Norderstedt brummt

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Ken Blöcker (links) und Sebastian Koch vom Unternehmensverband: Der guten Konjunktur steht nur der Fachkräftemangel im Weg Foto: Fuchs

Auftragsbücher der Stadt sind voll. Fachkräfte werden gesucht

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt
Es sind eher Nebenschauplätze, die die Unternehmer hierzulande zurzeit stört. Sie müssten sich mit zu viel bürokratischen Gesetzesauflagen herumschlagen, könnten eine bessere Verkehrsinfrastruktur vertragen und, außer vielleicht im Glasfaser-Raum Norderstedt, schnelleren Datenverkehr im Internet gebrauchen. Ansonsten gibt es bis auf den Fachkräftemangel kaum etwas auszusetzen, fasst Ken Blöcker vom Unternehmensverband Unterelbe-Westküste das Ergebnis der halbjährlichen Befragung zusammen, an der sich wieder 130 Unternehmen von Sylt bis Norderstedt beteiligt haben. Demnach sind die Auftragsbücher prall gefüllt, die Wirtschaft brummt. So das Ergebnis der aktuellen Umfrage des Unternehmensverbandes, an dem sich knapp 30 Betriebe aus dem Raum Norderstedt beteiligten. „Wir freuen uns sehr über die gute konjunkturelle Entwicklung“, kommentiert Verbandsgeschäftsführer Ken Blöcker die überaus positiven wirtschaftlichen Kennzahlen der Befragung. Zunehmend Sorgen bereite dem Verband allerdings der Fachkräftemangel, über den jedes zweite Unternehmen klage. Dass die Flüchtlinge – allein in Norderstedt sind zurzeit etwa 1.300 Asylbewerber untergebracht – einmal diese Lücke schließen könnten, sei noch zu früh, glaubt der Verbandssprecher. „Das wird noch mindestens fünf Jahre dauern, bis die Flüchtlinge uns da aushelfen können.“ Wie groß inzwischen der Personaldruck in vielen Unternehmen der Region ist, zeigt die steigende Zahl der Neueinstellungen. 40 Prozent der befragten Unternehmer haben in diesem Jahr zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Ein Wert, den es beinahe seit Jahrzehnten nicht gegeben hat. „Keines der befragten Unternehmen möchte in den kommenden sechs Monaten seinen Personalbestand verkleinern“, zitiert Blöcker aus der Studie. Denn die aktuelle Auftragslage kann kaum noch übertroffen werden, wie die Umfrage bestätigt. 40 Prozent der befragten Unternehmer bezeichnet sie zurzeit als günstig. Ein Topwert der letzten Jahre. 97 Prozent der Befragten erwarten, dass es bis Ende des Jahres mindestens so bleiben wird. Nur ein befragtes Unternehmen rechnet mit einem Rückgang der guten Auftragslage. Doch zugleich hielten sich zwei von drei Unternehmern bei den Investitionsentscheidungen zurück, was Blöcker ebenfalls mit dem sich zunehmend bemerkbar machenden Fachkräftemangel erklärt. „Bevor er sich eine neue Maschine kauft, überlegt sich der Unternehmer, ob er dafür auch den richtigen Mitarbeiter bekommt. So greifen die Themen ineinander.“ Die überwiegend mittelständisch geprägten Unternehmen im Raum Norderstedt hätten hierbei noch einen gewissen Vorteil insbesondere gegenüber den großen Betrieben in Hamburg, glaubt der zweite Verbandsgeschäftsführer Koch. „Sie können mit langjähriger Fürsorge und Verantwortung für die Mitarbeiter punkten, die ihnen dadurch Vertrauen und Verbundenheit entgegenbringen.“
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