Zwei Norderstedter bei Special Olympics

Anzeige
Oliver Zöbisch (v.l.), Andreas Winter, Maike Rothermund, Sebastian Kröger und Jörg Rusch Foto: tm

Nach einer Stippvisite in Berlin geht es nächste Woche in die USA

Norderstedt. So langsam steigt die Aufregung bei Sebastian Kröger und Andreas Winter. Die beiden Athleten vom Integrativen Sportverein Norderstedt stehen vor der größten Aufgabe ihrer Sportlerkarriere. Sie gehören zum deutschen Nationalteam, dass bei den Special Olympics in Los Angeles die deutschen Farben vertreten wird.

Mehr noch. Leichtathlet Kröger ist Athletensprecher des deutschen Teams. Und deshalbwartet auf ihn noch eine besondere Aufgabe. Wenn diese Woche die deutsche Delegation offiziell vom Bundestag Richtung USA verabschiedet wird, wartet auf den Norderstedt noch ein persönlicher Plausch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Ich freue mich drauf. Aber die Vorfreude auf Los Angeles ist größer“, gibt der 26-Jährige zu. Bei den Special Olympics wird der Leichtathlet über 100 Meter, in der
4 x 100 Meter Staffel und im Weitsprung. Im Weitsprung und über 100 Meter ist Kröger der amtierende nationale Champion. Er fährt ehrgeizig zu den Special Olympics. „Ich möchte eine Medaille holen“, sagt Kröger.
Etwas lockerer sieht Andreas Winter seinen Wettkämpfen in L.A. entgegen. „Klar, eine Medaille wäre schön. Dafür werde ich alles geben. Aber ich will bei den Spielen auch viel Spaß haben“, sagt der Radsportler. Er wird im Zeitfahren über 10 km sowie bei den Streckenrennen über 15 und 25 km starten.
Zweimal in der Woche trainieren die Sportler
Seit seiner Qualifikation für die Special Olympics stehen für den Radsportler zwei Trainingseinheiten pro Woche auf dem Programm. „Sowohl Andreas als auch Sebastian führen ein normales Leben in den eigenen vier Wänden. Wir haben keinen Manager, der für die beiden kocht oder Wäsche wäscht“, erklärt Radsport-Trainer Oliver Zöbisch. Darum halte sich der Trainingsaufwand in Grenzen. „Es kommt aber auch auf die Trainingsinhalte an. Andreas hat bei den Deutschen Meisterschaften Sportler geschlagen, die doppelt so viel wie er trainieren“, sagt Zöbisch.
Zöbisch muss die Spiele aus dem heimischen Norderstedt verfolgen. Für den Meistermacher war kein Platz im deutschen Radtrainerteam. Maike Rothermund hingegen ist vor Ort. Die Mitarbeiterin der Norderstedter Werkstätten leitet die dreiköpfige Norderstedter Delegation. Für die 53-Jährige sind die Special Olympics schon fast Routine. 2007 war sie mit Tobias Mayer in Shanghai, 2011 mit Silke Sacher und Annika Sube in Athen. Jedes mal erreichten ihre Athleten Medaillen. Nur das mit der Titelverteidigung ist unmöglich. Denn eine Regel der Special Olympics besagt, dass man nur einmal in einer Disziplin starten darf. So erhalten alle vier Jahre rund 7.000 Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung die Möglichkeit, zum sportlichen Vergleich. Der Wettkampf in Los Angeles findet vom 25. Juli bis zum 2. August statt. Drei Tage vor den Wettkämpfen werden die Norderstedter in der Stadt am Pazifik ankommen, um sich zu akklimatisieren. Am 4.August landet das Trio dann wieder in Fuhlsbüttel. „Das wäre ein Traum, wenn wir, wie bei den ersten beiden Malen, eine Willkommensfeier mit Medaillengewinnern hätten“, hofft Maike Rothermund. (tm)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige