Alles fürs Ehrenamt in Hamburg

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Bernd und Jenny Breuninger Foto: now

Das Ehepaar Breuninger lebt sein Engagement vielseitig

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Gitarren und ein Schlagzeug stehen vor dem Fenster, neben dem Familien-Esstisch steht der Computer mit dem Schnittprogramm für Filme, den Bernd Breuninger gerade verlassen hat. Die Arbeitsecke von Jenny Breuninger ist gleich daneben. Ordner stehen auf dem Boden, lange Listen für das Zeltlager in wenigen Wochen sind noch abzuarbeiten. Bei Familie Breuninger dreht sich wieder mal alles um eines: ihr Ehrenamt.
Schon als Jugendlicher war Bernd Breuninger in seiner Kirche aktiv. Er fuhr mit zu Ferienfreizeiten, gründete mit Freunden die Rockband „Waterfront“ und gestaltete auch als Betreuer früh Jugendaktionen mit. Ob als Jugend-Volleyball-Trainer oder nach der Zeit als Rockgitarrist für die Hamburger Arroganz als Gitarrenlehrer in der Kirche – ehrenamtliches Engagement gehört für den Architekten zum Leben dazu. Und so startete er mit seiner Frau Jenny auch am neuen Wohnort Quickborn durch. Zwischenzeitlich war das gemeinsame Ehrenamt zu einem Fulltime-Job angewachsen. Sogar die neue Kirche plante der Architekt – bis beide gemeinsam die Notbremse zogen. „Wir haben locker 40 Stunden in der Woche nur ehrenamtlich gearbeitet – Jugendfreizeiten, Gitarrenunterricht, Ferienfahrten, Chorleitung“, erzählt Bernd. Finanziell passte es irgendwann nicht mehr, vor allem, weil nicht genug Zeit blieb, sich gleichzeitig als Architekt zu etablieren. Da beide kein Theologiestudium aufweisen konnten, war ihre Arbeit für die katholische Kirche nur ehrenamtlich möglich. Zum Glück für Norderstedt. Denn während die Eheleute als Architekten die Küche der Vicelin-Kirche planten, kam der Kontakt mit Pastor Christian Stehr zustande. Und der bot prompt an: „Schreibt doch mal ein Konzept für die Jugendarbeit.“
Seitdem sind Jenny und Bernd in Norderstedt nicht mehr wegzudenken. Und was in Quickborn nicht möglich war, ist in Norderstedt dank eines Kompromisses machbar. Immer noch arbeiten die beiden ehrenamtlich. Ein Teil ihrer Jugendarbeit wird finanziell honoriert, der andere Teil über Einnahmen aus Eintritten oder Teilnehmergebühren finanziert. Denn für beide Breuningers ist das Ehrenamt Hobby und Arbeit zu gleich. Für Jenny ist klar: „Das funktioniert nur, weil es eine Herzenssache ist.“ Und so geht es bald auf zur 35. Ferienfreizeit, während im Kopf schon das Konzept für die nächste Konfirmationsgruppe reift.
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