Seniorenbeirat in der Kritik

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Vorsitzende Angelika Kahlert: Der Seniorenbeirat arbeitet mit allen Parteien gerne zusammen.

SPD ist verärgert, dass Fraktionschef zu einer Diskussion ausgeladen wurde

Von Burkhard Fuchs

Norderstedt. Der Seniorenbeirat hat die SPD schwer verärgert. So plante das Sprachrohr für die ältere Generation Norderstedts eine Podiumsdiskussion zum Thema: „Sicherheit für Senioren im Straßenverkehr“ und lud dazu mit dem Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann und den Norderstedter Fraktionschef Jürgen Lange jeweils einen Politiker von CDU und SPD ein. Doch als der Kreis Segeberger Abgeordnete Storjohann daraufhin seine Teilnahme zurückziehen wollte, sollte Lange wieder ausgeladen werden. Doch der erfuhr davon nur wenige Tage vor der Veranstaltung aus der Zeitung. Darüber war dieser äußerst ungehalten.
„Mit mir hat keiner gesprochen“, wundert sich Lange, der immerhin dem für Verkehr zuständigen Ausschuss für Stadtentwicklung seit vielen Jahren vorsitzt. Als sich die Seniorenbeiratsvorsitzende Angelika Kahlert dafür am Rande der jüngsten Stadtvertretersitzung entschuldigen wollte, reagierte der SPD-Politiker unwirsch. „Ich war wirklich sehr sauer über dieses Vorgehen. Schließlich habe ich mich auf diese Diskussion extra vorbereitet.“ Der Seniorenbeirat müsse aufpassen, dass er seine politische Neutralität nicht aufs Spiel setze, warnt Lange. Angelika Kahlert bedauert, dass es zu dieser Eskalation gekommen ist. Es sei ein Versäumnis des Beirates gewesen, Lange nicht rechtzeitig und persönlich über den Ausfall der Podiumsdiskussion zu informieren. „Der Fehler ist passiert. Das tut mir sehr leid.“ Die Diskussion solle nun mit den Vertretern der anderen zur Wahl stehenden Parteien am 25. April nächsten Jahres vor der Kommunalwahl am 6. Mai wiederholt werden. Mit Storjohann habe der Seniorenbeirat die bundesweit geltende Gesetzeslage zum Thema Mobilität im Alter klären wollen.
Dass der Seniorenbeirat auf dem linken Auge blind sein und parteipolitisch befangen sein könnte, weist die Vorsitzende strikt zurück. „Eine demokratische Haltung ist uns ganz wichtig. Wir arbeiten auch gerne mit der SPD, den Grünen und auch den Linken zusammen.“ Sie selbst sei zwar CDU-Mitglied, gibt Kahlert zu. Das habe aber hiermit nichts zu tun. Storjohann stellt die verzwickte Geschichte aus seiner Sicht so dar: Bereits vor zwei Jahren und Anfang dieses Jahres sollte er beim Seniorenbeirat einen Vortrag halten, was beide Male wieder abgesagt wurde. Als er dann plötzlich erfuhr, dass sein geplanter Vortrag in eine Diskussion mit Jürgen Lange münden sollte, fand er das nicht passend und bat, entweder ihn allein oder die Norderstedter Fraktionschefs einzuladen. „Ich bin sogar zweimal ausgeladen worden. Ich hätte also auch Grund sauer zu sein.“
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