Über Stalking aufklären

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Sie organisieren die „Stalking“-Diskussionsrunde: Uta Maibohm (v.l.), Annegret Horn und Alessia Ravalli von der Gemeindeverwaltung.Foto: Jaeger

Betroffene und Buchautorin Susanne Schumacher hält Vortrag zum Thema

Von Renate Jaeger

Henstedt-Ulzburg. Der Tag, der Susanne Schumachers Leben veränderte, liegt 15 Jahre zurück. „Eine Stalkerin tauchte in meinem Freundeskreis auf“, sagt die Journalistin aus Berlin. „Ich kannte weder den Begriff ‚Stalking‘ noch hielt ich eine derartig massive Belästigung und Verfolgung für möglich.“ Sie erlebte, sagt sie heute, „Telefonterror an eigenem Leibe“.
Lange Zeit hat sie die Schuld bei sich gesucht, ehe ihre Neugier erwachte. Was treibt Menschen zu diesem Verhalten? Was kann man dagegen tun? Und wo gibt es Hilfe? Diese Fragen versuchte Susanne Schumacher später in ihrem Ratgeberbuch, das sie unter dem Titel „Liebeswahn - geliebt, verfolgt, gehetzt“ schrieb und veröffentlichte zu erklären.
„Man muss nicht hilflos wie ein Kaninchen in der Grube sitzen. Man kann sich wehren“, sagt sie. Der Begriff „Stalking“, in angloamerikanischen Ländern nach einem Wort aus der Jagdsprache benannt, sei hierzulande unbekannt, habe sich Mitte der 90er-Jahre in einem juristischen Grauzonen-Schlummerland befunden, erinnert sich die Buchautorin, die drei Jahre lang in Berlin eine Stalking-Beratungsstelle führte.
Heute ist Stalking ein Strafbestand, für deren gesetzliche Verankerung sie ebenso wie die ehemalige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin lange gekämpft hat. „Das Gewaltschutzgesetz bietet jetzt für Opfer eine erste Möglichkeit, sich zivilrechtlich und manchmal auch strafrechtlich zur Wehr zu setzen“, sagt Susanne Schumacher. Anlässlich der Kampagne „Nein zu Gewalt an Frauen“ (19. - 25. November) spricht Susanne Schumacher am 21. November (19 Uhr) im Ratssaal über Täter- und Opferverhalten.
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