Unterstützung für SOS-Kinderdorf Harksheide

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Elternvertreter des Schulvereins und Schüler der Grundschule Ellerau überreichten Manfred Thurau (rechts) den Scheck vom Schulkonzert. Foto: Fuchs
 
SOS-Kinderdörfer in Deutschland

SOS-Kinderdorf-Stiftung schüttet 200.000 Euro für SOS-Kinderdorf-Arbeit aus / Auch das Dorf in Norderstedt wird bedacht

Norderstedt/Ellerau. Ein Herz für Kinder zeigten jetzt die Grundschüler aus Ellerau. Sie spendeten im Namen des Schulchores den Erlös ihres jüngsten Konzertes an das SOS-Kinderdorf Harksheide. Auch die SOS-Kinderdorf-Stiftung, die 2003 gegründet wurde, um die Arbeit des SOS-Kinderdorf e.V. zu unterstützen, fördert mit einem Teil ihrer diesjährigen Kapitalausschüttung von 200.000 Euro die Einrichtung. So freuen sich die Auszubildenden über neue Arbeitskleidung und die Nachhilfestunden können aufrecht erhalten werden,

Mehr Kapital

Die SOS-Kinderdorf-Stiftung hat das Jahr 2011 mit einem Dachstiftungskapital von 13,3 Millionen Euro abgeschlossen. Über 600 Menschen trugen mit ihren Zustiftungen dazu bei, teilt SOS-Kinderdorf-Stiftungsvorsitzende Elke Tesarczyk mit. „Wir sind von Herzen dankbar, dass immer mehr Menschen anderen etwas Gutes tun“, sagt Tesarczyk angesichts der um 100 Personen gestiegenen Zahl der Zustifter. „Nur mit dieser Hilfe können wir die benachteiligten Kinder und Jugendlichen, die von SOS-Kinderdorf betreut werden, nachhaltig fördern.“

Zuwendung

Das SOS Kinderdorf Harksheide in Norderstedt wurde 1963 gegründet. Neben den Kinderdorffamilien, in denen derzeit rund 45 Kinder leben, mit denen es das Schicksal nicht gut gemeint hat, sind inzwischen Wohngruppen und ein Kinderhaus für eine vorübergehende Unterbringung entstanden, berichtet Einrichtungsleiter Jörg Kraft „Dort erfahren Kinder und Jugendliche für einen begrenzten Zeitraum Zuwendung, Halt und gezielte Hilfe“, erklärt Kraft.(Zudem erhielten Jugendliche, die nach ihrem Auszug aus dem Kinderdorf noch Unterstützung für den Übergang in ein eigenverantwortliches Leben benötigten, ambulante Betreuung. In einer Tagesgruppe werden Kinder und deren Familien begleitet und unterstützt. Und im Ausbildungsbetrieb wird Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die aufgrund ihrer Benachteiligungen auf dem Ausbildungsmarkt nahezu chancenlos wären, in einem überschaubaren Rahmen eine anerkannte hauswirtschaftliche Ausbildung ermöglicht, erläutert der erfahrene Sozialpädagoge Manfred Thurau.

Das SOS-Kinderdorf Harksheide ist eine von über 40 deutschlandweiten Einrichtungen des SOS-Kinderdorf e.V. Der Verein macht sich seit fast 60 Jahren für die Bedürfnisse, Anliegen und Rechte von Kindern stark. Neben den SOS-Kinderdörfern sind in Deutschland und der ganzen Welt über die Jahre viele weitere SOS-Angebote entstanden: SOS-Kinder- und Jugendhilfen, SOS-Ausbildungszentren, SOS-Beratungszentren, SOS-Mütterzentren, SOS-Dorfgemeinschaften und SOS-Mehrgenerationenhäuser.

In Norderstedt erhält das SOS-Kinderdorf regelmäßig Besuch aus Politik und Verwaltung, wie jüngst von Carola Veit, Präsidentin der Hamburger Bürgerschaft, und Norderstedts SPD-Vorsitzenden Katrin Fedrowitz. Sie informierten sich vor Ort darüber, wie diese Kinder hier leben, die ihre Eltern verloren oder die das Jugendamt von ihren leiblichen Vätern und Müttern getrennt hat, weil sie sich zu wenig um sie gekümmert haben. Die Kinder gehen normal zur Schule oder machen eine Ausbildung. Wenn sie 17 sind, würden sie im Dorf auf das später selbstständige Leben vorbereitet, erzählt Einrichtungsleiter Kraft. Dann wohnten sie auf dem Gelände am Henstedter Weg in einer eigenen kleinen Wohnung, in der sich selbst versorgen müssten, mit Waschen und Kochen. „Da lernen sie am praktischen Beispiel, dass das Essensgeld schnell aufgebraucht ist, wenn sie ständig Pizza bestellen“, schmunzelt er. Das Image der Kinder aus dem SOS-Kinderdorf habe sich inzwischen gewandelt, sagt Manfred Thurau. Wenn manche seiner Schützlinge früher lieber eine Haltestelle zu früh aus dem Bus gestiegen seien, damit keiner erfährt, wo sie wohnen, „hat sich das heute gravierend geändert. Dass sich jemand geschämt hat hier zu sein, ist längst vorbei.“ (bf)
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