Größte Ursache von Unfällen: Fahrfehler

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Kai Hädicke-Schories stellte seit 2003 den Verkehrsreport Norderstedt zusammen – mit seiner Hilfe wurden viele Unfallschwerpunkte entschärft Foto: now

Norderstedter Polizei legt Verkehrsbericht vor

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Seit 2003 sammelt Kai Hädicke-Schories die Daten aller Verkehrsunfälle und ermittelt daraus Gefahrenpunkte in der Stadt. Mit den Daten der vergangenen Jahre haben Polizei und Stadt frühere Unfallschwerpunkte in Norderstedt baulich entschärft. „Ab jetzt müssen wir auf das Fahrverhalten einwirken“, meint Hädicke-Schories, denn trotz entgegen dem bundesweiten Trend zurückgegangener Unfallzahlen gab es immer noch 406 Verletzte bei 1520 Unfällen in der Stadt. Ursache der meisten Unfälle: Mißachten der Vorfahrt oder misslungene Abbiege- oder Wendemanöver oder Rückwärtsfahrten. Auch auf der 2014 wegen sieben Verkehrstoten in die Schlagzeilen gekommenen Schleswig-Holstein-Straße gingen die Unfälle zurück. Letzter Baustein war die Verschwenkung der Poppenbütteler Straße zur Stormanstraße. Damit konnte Hädicke-Schories die letzte Warntafel von seiner Gefahrenkarte entfernen. „Wir mussten nur noch einmal nachbessern“, sagt er aber. Zu Beginn zeigten sich Fahrer der beiden linken Spuren irritiert von der früheren Ampelphase der Rechtsabbieger und traten einfach mit aufs Gas. „Wenn sich so etwas häuft, sieht man sich das sofort an und wartet nicht erst auf den Verkehrsreport“, sagt der Polizist. Jetzt ist die Haltelinie der Spuren versetzt, um das Problem zu beheben.
Auch der Kreisel am Ochsenzoll ist trotz 42 Unfällen kein Sorgenkind der Polizei. „Das waren fast nur Blechschäden oder leichte Verletzungen – vor dem Umbau hatten wir hier regelmäßig Schwerverletzte“, sagt Hädicke-Schories.Sorgen macht der Polizei allerdings die Zunahme der Radfahrunfälle. 157 gab es im vergangenen Jahr, bei 71 davon waren die Radler selbst die Verursacher, 45 Mal traf die Radler noch eine Mitschuld. Vor allem das Fahren auf der falschen Straßenseite und falsche Richtung an den Kreisverkehren sorgt immer wieder für Kollisionen mit Kraftfahrzeugen. An den Kreiseln, immerhin gibt es davon inzwischen neun größere in der Stadt, will die Polizei künftig verstärkt Radler kontrollieren und so Unfälle vermeiden. Der „Verkehrspräsenzdienst“ soll dafür ausgeweitet werden. Auch, um die Handynutzung im Verkehr einzudämmen. Gerade erst hatte eine Studie dazu bundesweit für Aufsehen gesorgt und das Telefonieren und Texten als zunehmendes Problem ausgemacht.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 19.04.2016 | 14:43  
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