Ein wahr gewordener Traum

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Sonja Scheibl in ihrem sportlichen Element: bei den Wurfscheiben. Seit ihrem 13. Lebensjahr ist die Trap-Schützin Mitglied im Itzstedter Schützenverein. Mit 32 Jahren ist sie erstmals bei den olympischen Spielen dabei.
 
Stine Nielsen hat reelle Chancen mit einer Medaille heimzukehren. Sie tritt mit dem Luftgewehr und im Dreistellungskampf an. Foto: tm

Itzstedterin Sonja Scheible schießt in London bei den Olympischen Spielen

Norderstedt / Itzstedt. Für einen Sportler gibt es eigentlich nur einen ganz großen Traum. Einmal bei den Olympischen Spielen starten zu dürfen. Für zwei im Kreis Segeberg aktive Sportschützinnen wird dieser Traum dieser Tage wahr. Sonja Scheibl und Stine Nielsen werden ihre Zielsicherheit in London mit den Besten der Welt messen.
Gerade bei Sonja Scheibl war der Erfolg nicht wirklich programmiert. Die Schützin aus Itzstedt, musste 32 Jahre alt werden, ehe sie die Qualifikation für die olympischen Spiele schaffte. Dabei hatte die talentierte Schützin ihre Wettkampfkarriere schon auf ganz kleine Flamme gestellt. Zugunsten ihrer Ausbildung als Tischler-Meisterin hatte sie konsequent auf das nationale Kadertraining verzichtet.
Nur einer Ausnahmeregelung von Bundestrainer Wilhelm Metelmann war es zu verdanken, dass sie nie ganz den Anschluss verlor. Die Sonderbehandlung hat sich gelohnt. Bei den Europameisterschaften im Frühling auf Zypern sicherte sich die Itzstedterin ganz souverän das Ticket für London. Sie hatte ihre beiden nationalen Konkurrentinnen um den einen Startplatz, den Deutschland hat, deutlich in die Schranken gewiesen. Katrin Quooß und Jana Beckmann wurden von Sonja Scheibl klar distanziert. Fast hätte es sogar zu einer EM-Medaille gereicht, doch im Stechen um den dritten Platz verlor Scheibl mit 5:6 gegen die Italienerin Federica Caporuscio.
Bundestrainer Metelmann und Sonja Scheibl haben ein besonderes Trainingssystem entwickelt. Da die Itzstedterin nicht wie die meisten Sportschützen in einer Bundeswehrkompanie Dienst tut, sondern als Tischlermeisterin arbeitet, gibt es vom Bundestrainer immer wieder Hausaufgaben. Die versucht Sonja Scheibl so gut wie möglich umzusetzen. Bei den Formchecks gibt es dann neue Tipps vom Bundestrainer.
Dass die 32jährige überhaupt so gut werden konnte, lag am Standortvorteil. Ihre Eltern sind im Schützenverein Itzstedt aktiv, Sonja Scheibl trat dem Verein mit 13 Jahren bei und hat es nur ein paar Meter bis zur Schießanlage.
So hatte sie früh viel Zeit intensiv zu trainieren. Und nun mit 32 Jahren ist sie dabei, ihren Lohn für ihre Trainingsarbeit abzuholen. „Die Teilnahme bei den olympischen Spielen ist ein Traum“, sagt die Itzstedterin. Für sie wird es am 4.August ernst. In den Royal Artillery Barracks wird sie im Trap-Schießen mit ihrer Beretta auf die roten Wurfscheiben schießen. Ihr Ziel ist das Finale und da natürlich der Sieg.
Aber auch eine Medaille wäre ein riesiger Erfolg.
Denn in ihrer Karriere hat sie bei Welt- und Europameisterschaften erst einmal auf dem Treppchen gestanden. 1999 wurde sie im finnischen Tampere Dritte. Das Gefühl ganz oben auf dem Treppchen zu stehen, ist ihr aber auch nicht Fremd. Zusammen mit Susanne Kiermayer und Jana Beckmann wurde sie 2010 Trap-Europameisterin in der Mannschaftswertung.
Knapp 70 der 75 geworfenen Scheiben eines Wettkampfes pflegt Sonja Scheibl zu treffen. Das hätte bei den letzten Olympischen Spielen gereicht, um das Finale der besten acht Schützinnnen zu erreichen. (tm)
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