Handballer in der Krise

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Das Foto hat Symbolcharakter. Für Maik Makowka und die Herren des SVHU gibt es derzeit kein Durchkommen gegen die Teams aus der 2.Bundesliga. Der Aufsteiger aus Henstedt-Ulzburg wartet noch immer auf den ersten Saisonsieg. Foto: Maibom

HG Norderstedt und SVHU starten schlecht in die Saison

Norderstedt / Henstedt-Ulzburg. Wer zurzeit in Norderstedt oder Henstedt-Ulzburg erfolgreichen Handball sehen will, der darf nicht bei den ersten Herren der HG Norderstedt und des SV Henstedt-Ulzburg auflaufen. Die Aushängeschilder der beiden Vereine sind denkbar schlecht aus den Startlöchern gekommen. Beide Teams warten noch immer auf den ersten Sieg in ihrer Liga.
Besonders bitter ist die Situation in Henstedt-Ulzburg. Der Aufstieg der Handballer in die Zweite Bundesliga hat einen wahren Handball-Hype in der Gemeinde entfacht.
Allein im Event-Team arbeiten rund 50 Leute mit, die vor jedem Heimspiel der Herren die Zusatztribünen aufbauen und die Halle herrichten. Etwa 60.000 € haben die Handballer des SV Henstedt-Ulzburg investiert, um die Sporthalle im Schulzentrum an jedem zweiten Wochenende in einen Handballtempel verwandeln zu können. Abteilungsleiter Olaf Knüppel und sein Organisationsteam haben für das Abenteuer Bundesliga einen Etat jenseits der 600.000 € aufgebracht. Trotz dieser großen Summe war Knüppel aber klar, dass die Ulzburger Mannschaft nur um den Klassenerhalt spielen würde.
Doch von diesen ist das Team derzeit weit entfernt. „Wir spielen jedes Spiel etwas schlechter als im vorherigen“, stellte Trainer Tobias Skerka nach der letzten Niederlage fest. Die fand zwar nicht in der Zweiten Bundesliga aber gegen ein Zweitligateam statt. In der zweiten Hauptrunde des DHB-Pokals schied der SV Henstedt-Ulzburg durch ein 25:27 gegen HC Empor Rostock aus. „Wenn wir so weiter spielen, dann werden wir in der zweiten Bundesliga kein einziges Spiel gewinnen“, sagte ein enttäuschter Trainer Skerka nach der Niederlage. Rostock habe zwar auch nicht gut gespielt, aber das Team müsse sich fragen, wie es mit dieser Leistung in die dritte Runde einziehen konnte, legte Skerka nach.
Bei aller Kritik muss man aber auch feststellen, dass der Henstedt Ulzburger Zweitligist unter Personalproblemen leidet. So fehlte im Spiel gegen Rostock Kreisläufer Jan Wrage, der dem 32 jährigen Lars-Uwe Lang Entlastung hätte bringen können. Auch Rückraumspieler und Sprungwunder Tim Völzke konnte nicht mitspielen. Selbiges galt für den routinierten Außenspieler Lars Bastian. Drei wichtige Mosaiksteine im Ulzburger Spiel, die die Mannschaft nicht kompensieren konnte. „Klar, fehlten uns heute wichtige Spieler. Aber das erklärt nicht, warum die Spieler sich nicht an Absprachen gehalten haben und angesagte Spielzüge nicht vernünftig bis zum Ende durchgespielt wurden. Stattdessen wurde zu oft aus zu schlechten Situationen geworfen“, sagte Team-Manager Joachim Jakstat.
Besonders bitter ist für die Ulzburger, dass sie in allen bisherigen Partien lang auf Augenhöhe mit den Gegnern spielen, aber sich mit Phasen totaler Unkonzentriertheit jedes Mal ihre Siegchance berauben.

Damen spielen besser

Wie es anders geht, zeigen beispielsweise die ersten Damen der HG Norderstedt. Eigentlich waren sie in der Hamburg-Liga nur angetreten, um den Klassenerhalt zu schaffen. Im letzten Heimspiel aber schlugen sie die Halstenbeker TS mit 31:20. Die Gäste gehörten vor dem Spiel zum erweiterten Favoritenkreis der Liga. Aber spätestens nach 18 Minuten hatten die Norderstedterrinnen ihren Gegnerinnen den Zahn gezogen, als sie 12:2 führten. Mit 5:1 Punkten aus den ersten drei Spielen stehen die Norderstedterrinnen nun selber auf dem zweiten Tabellenplatz und sind erster Verfolger von Spitzenreiter AMTV Hamburg. (tm)
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