Mutprobe bestanden

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Mutprobe erfolgreich bestanden. Lena Schomann vom SV Henstedt-Ulzburg lieferte eine einwandfreie Kür am Schwebebalken ab und wurde Kreismeisterin im Jahrgang 1996. Fotos: Maibom
 
Sophie Thorwarth wurde mit über sechs Punkten Vorsprung Meisterin im Kür-Jahrgang 2002. Die SCN-Turnerin tritt in Schwarzenbek an, um ihren Landesmeistertitel aus dem Vorjahr zu verteidigen.

Kreismeisterschaften der Kunstturnerinnen in Henstedt-Ulzburg

Henstedt-Ulzburg. Der „Zitterbalken“ ist immer wieder die Mutprobe beim Kunstturnen. Auch wenn das Gerät immer eine 10cm breite Oberseite hat, scheint die doch in so manchen Augen plötzlich auf Millimetergröße zu schrumpfen. Doch bei den Kreismeisterschaften der Kunstturnerinnen bestanden erfreulich viele Mädchen die Mutprobe mit Bavour.
71 Turnerinnen trafen sich im Schulzentrum Maurepasstraße in Henstedt-Ulzburg, um ihre neuen Titelträgerinnen zu ermitteln. In den Pflichtwettkämpfen und in den Kür Klassen 3 und 4 wurde geturnt. „Dies Jahren erfreulich viele Mädchen am Start“, lobte Fachwartin Sabine Homp. Und auch viele Vereine. Neben den etablierten Turnerinnen vom 1.SC Norderstedt und SV Henstedt-Ulzburg schickten TuRa Harksheide, der TV Trappenkamp und auch der TuS Fahrenkurg Wettkämpferinnen ins Rennen. Sabine Homp freute sich besonders über die Entwicklung beim TVT. „Trappenkamp überlegt, nächstes Jahr auch wieder beim anspruchsvollerem Kürwettkampf zu starten“, so die Fachbereichsleiterin.
Da hat der 1.SC Norderstedt einen echten Standortvorteil gegenüber den anderen Vereinen. In der ehemaligen Tennishalle wurde ein Kunstturnzentrum mit Olympia-tauglicher Bodenfläche und Schnitzelgrube aufgebaut. Hier könnte unter semiprofessionellen Bedingungen trainiert werden.
Doch dreimal pro Woche wird „nur“ geübt. Das sorgt für Einschnitte. So wird in der Leistungsgruppe früh das olympische Turnen trainiert. Aber wenn die Mädchen neun Jahre alt werden, wird auf die Kürwettkämpfe umgeschwenkt. „Die Anforderungen des olympischen Turnens sind dann mit nur dreimal Training pro Woche nicht mehr umsetzbar“, sagt Sabine Homp, de zusammen mit Jessica Wucherpfennig die Leistungsgruppe beim SCN betreut.
Der Aufwand für die Trainer ist auch so schon immens. Jedes Mädchen bekommt beispielsweise ihre eigene Bodenkür, die an die individuellen Möglichkeiten und Anforderungen angepasst ist. Über 20 Küren turnen die SCN-Mädchen in der aktuellen Saison.
Doch der Aufwand zeichnet sich aus. Gerade bei den Kreismeisterschaft können die Früchte der anstrengenden Arbeit geerntet werden. Die Mädchen aus dem 2.SCN-Team machten die Sieger in den Jahrgängen 1999, 2000 und 2002 unter einander aus. Michelle Maywald, Alina Schuster und Sophie Thorwarth siegten. Im Jahrgang 2000 war es ein Zweikampf von Alina Schuster und Alisa Mach. Beide turnen im selben Team. Den Ausschlag zugunsten Alinas gab die bessere Ausführung in der Bodenübung. „Ein bisschen gemein war aber auch, dass ich immer als erste ans Gerät musste. Keiner musste so lange warten, bevor es losging“, meinte Alisa Mach nach dem Wettkampf. Während der Rest ihrer Riege es sich auf der Wartebank bequem machte, stand sie immer schon für ihren Wettkampf bereit am Gerät und wartete auf das Okay der Wertungsrichter.
Sophie Thorwarth erturnte mit 48,25 Punkten die zweitbeste Wertung im Kürwettkampf. Nur die Übungen von Isabel Reif vom SV Henstedt-Ulzburg wurden mit 49 Punkten besser bewertet. Aber Isabel startet im Jahrgang 2001, ein Jahr älter als Sophie. Beide fahren mit Titelhoffnungen zu den Landesmeisterschaften am letzten Wochenende vor den Sommerferien nach Schwarzenbek.
Startberechtigt sind nur die Kreismeisterinnen bei den Schleswig-Holsteiner Meisterschaften. Vom SCN kommen damit Lina Köhlert, Sophie Thorwarth, Alina Schuster, Michelle Maywald und Lyssa Wunderlich in Frage. Vom SV Henstedt-Ulzburg wurden Isabel Reif, Janina Möller, Ann-Kathrin Zeich und Lena Schomann Meister im Kürwettkampf. Hannah Rauchardt, Marie Zeich, Lily Dreißig, Annabel Antemann sicherten sich Titel für den SVHU in den Pflichwettkämpfen. Annabel turnte mit 55,85 Punkten die absolute Bestnote aller Starterinnen. „Wir werden aber mit den Trainern noch einmal beratschlagen, ob denn alle Mädchen auch zur Landesmeisterschaften fahren sollten“, sagt Sabine Homp. Es sei motivatorisch wenig förderlich, wenn beispielsweise jemand Kreismeister und dann bei den Landesmeisterschaften abgeschlagen Letzter würde. „Die Titelkämpfe finden direkt vor den Sommerferien statt. Da sind dann sechs Woche Zeit, sich zu überlegen, ob man nach so einer Niederlage überhaupt noch weiter turnen möchte“, sagt Sabine Homp. Eine exakte Einschätzung jeder individuellen Leistungen sei nötig, um die Mädchen bei der Stange zu halten und ihenn unnöigen Frust zu ersparen.
Die Turner haben mit der Einführung der Ligawettkämpfe nämlich gerade einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, um das Turnen wieder attraktiver zu machen. Vor vier Jahren wurde mit einer Liga angefangen, inzwischen wurde die fünfte Liga eingeführt. Über 40 Teams turnen so in Schleswig-Holstein. Die Mädchen aus Henstedt-Ulzburg wurden beim ersten Ligawettkampf in der Bezirksliga Zweiter und können nach den Ferien eine Liga höher antreten. Die erste vom SCN turnt schon in der höchsten Liga. Und viele ehemalige Turnerinnen haben über die Ligawettkämpfe den Spaß am Kunstturnen wieder gefunden und mit dem Training wieder angefangen. (tm)
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