Sieg in wenigen Zügen

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Favorit aus der Ukraine überzeugte

Von Thomas Maibom
Norderstedt. Das Internationale Osterturnier um den Pokal der Stadtwerke lockte auch in diesem Jahr zahlreiche Spitzenspieler in die Stadt. Bereits zum 13. Mal sammelte sich die internationale Schach-Elite im Norderstedter Rathaus. Suren Petrosyan richtete das Turnier aus.
Favorit aus der Ukraine
Die weiteste Anreise hatte Evgenij Mirosh-
nichenko. Er kam aus dem knapp 2500 Kilometer gelegenen Donzek, um in Norderstedt starten zu können. Der ukrainische Meister von 2003 und 2008 lebt in der Stadt im Westen der Ukraine. Wie hatte er von dem Turnier erfahren? „Ich spiele in der Bundesliga für SV 1930 Hockenheim“, erzählte der 34-Jährige. „Wir haben erst vor ein paar Wochen gegen den SK Norderstedt gespielt.“ Am Rande der Veranstaltung habe der Ukrainer von dem Turnier erfahren und sich entschlossen mitzumachen.
Über Mund-zu-Mund-Propaganda wurde auch Ellisiv Reppen auf das Turnier aufmerksam. Die Norwegerin, die als beste weibliche Starterin abschnitt, wollte ohnehin die Ostertage bei ihrem Freund in Hamburg verbringen. Als dieser ihr von dem Match im Hamburger Umland berichtete, meldete sich Ellisiv Reppen spontan an.
Trotz seines geringen Budgets für Werbung konnte der Veranstalter weitere renommierte Spieler aus der ganzen Republik gewinnen. 101 Starter nahmen teil, viele reisten aus Rostock, Bremen oder Remagen an. Fünf Großmeister waren zu dem Turnier ins Rathaus gekommen, acht Internationale und FIDE- Meister dazu.
„Das Starterfeld war für die 800 Euro Siegprämie bärenstark besetzt“, meinte Großmeister Henrik Teske, vom SC 1950 Remagen. Stärkster Spieler war mit Abstand Evgenij Miroshnichenko. Selbstbewusst sagte er: „Ich musste nur in ein paar Partien wirklich gutes Schach spielen. Die meiste Zeit reichte es, wenn ich gröbere Fehler vermied.“ Er gewann das Turnier mit sechs Siegen und drei Remis.

Sehbehinderter Spieler

Ein Spieler faszinierte Miroshnichenko, trotz seiner eigenen Favoritenrolle, besonders. Oliver Müller ist sehbehindert und gilt als Spitzenspieler des Nationalteams im Deutschen Blinden- und Sehbehinderten-Schachbund. Miroshnichenko gewann erst gegen Müller, verfolgte im restlichen Turnierverlauf Müllers sämtliche Partien.
„Oliver hat ganz stark gespielt“, lobte Turniersieger Miroshnichenko. Müller belegte Platz 13.
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