300 Flüchtlinge kommen in der Theaterfabrik unter

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Die "Wiese" in der ehemaligen Theaterfabrik am Wiesendamm 24 wird in nächster Zeit ca. 300 Flüchtlinge beherbergen Foto: Archiv

Notunterkunft am Wiesendamm / Unterkünfte Hufnerstraße und Freiligrathstraße werden vergrößert

Barmbek. Jetzt geht alles ganz schnell: In der ehemaligen Theaterfabrik am Wiesendamm 24, die zurzeit von der Kultur-Genossenschaft Wiese e. G. zum Theater- und Musikzentrum "Wiese" umgebaut wird, kommen noch am Wochenende bis zu 300 Flüchtlinge unter. Die von der Innenbehörde kurzfristig zur Erstaufnahme-Notunterkunft erklärten Hallen werden von den Johannitern betrieben.

In den großen Zeltlagern der Stadt herrschen menschenunwürdige Zustände: Tausende Flüchtlinge müssen in unbeheizten und nassen Zelten hausen, viele Menschen und vor allem Kinder sind schon schwer erkrankt, überforderte Mitarbeiter - die Situation dort droht zu eskalieren. Zudem kommen Tag für Tag neue Flüchtlinge in die Stadt. Die Innen- wie auch Sozialbehörde müssen so schnell wie möglich reagieren und feste Unterkünfte suchen. Teilweise werden schon bestehende erweitert.

Schon seit Freitagmittag (16. Oktober) sind die Aktiven des christlichen Wohlfahrtverbandes Die Johanniter im Wiesendamm 24, um das Nötigste vor Ankunft der ersten Asylsuchenden am Wochenende - voraussichtlich am Samstagabend (17. 10.) - vorzubereiten. Andreas Lübbers vom Vorstand der Kulturgenossenschaft Wiese e. G., die die ehemalige Theaterfabrik als Theater- und Musikzentrum "Wiese" nutzen wird und derzeit die Umbauten steuert, ist ganz und gar nicht böse über die überraschende Zwischennutzung: "Wir haben das Anfang der Woche der Sprinkenhof AG, die das Gebäude verwaltet, sogar angboten." Die Innenbehörde hat jetzt Nägel mit Köpfen gemacht und das Gebäude zur Erstaufnahme-Notunterkunft erklärt. Theatermacher Lübbers: "Hauptsache, die Leute haben erstmal ein festes Dach überm Kopf!" Ideal seien die Umstände zumindest hinsichtlich der Hygiene zwar nicht - es gibt etwa 15 Toiletten, aber nur drei Duschen - aber wie er gehört habe, arbeiten Die Johanniter schon an einer Lösung, vermutlich mobile Duschkabinen. Wenn sich ab der kommenden Woche die Lage etwas geklärt habe, die Flüchtlinge erst einmal angekommen seien, wollen sich die Kulturschaffenden der "Wiese" in jedem Fall auch mit Hilfs- oder auch Kulturangeboten an der Intergration der Einwanderer beteiligen.

Auch bei der Flüchtlingsinitiative "Welcome in Barmbek" laufen seit Bekanntwerden der Nachricht am Freitag die Drähte heiß: In der eigens eingerichteten Facebook-Gruppe Welcome to Barmbek Wiesendamm werden schon Hilfsangebote und Spendenabgaben koordiniert. " Edeka Müller in der Fuhlsbüttler Str. 188 macht auch mit! Spenden werden direkt vorne beim Packtisch im Wagen gesammelt", heißt es zum Beispiel in einem Eintrag. Weitere Sammelstellen werden vermutlich in der kommenden Woche bekannt gegeben.
Bei der Initiative können sich in jedem Fall Menschen melden, die helfen wollen. Zum Beispiel suchen Die Johanniter noch Helfer, die am Samstagmittag (17. 10., 13 Uhr) den Bettenaufbau mit unterstützen.

Der Stadtteil bekommt noch mehr Zuwachs: Der Standort Hufnerstraße (ehemalige Firmenzentrale Blockhouse) wird durch das Aufstellen von Wohncontainern auf der angrenzenden Freifläche erweitert. Geprüft wird noch die konkret mögliche Zahl; nach erster Sicht sind 100 bis 200 Plätze möglich. Die bislang 157 Plätze können bereits im Oktober in Betrieb genommen werden und nicht, wie ursprünglich geplant, erst im Dezember, teilt die Sozialbehörde außerdem mit.
Und der Standort Freiligrathstraße wird durch das Aufstellen von Wohncontainern auf einer zweiten Teilfläche um 196 Plätze erhöht. Hier werde das Belegungsmanagement des städtischen Betreibers "fördern & wohnen" darauf achten, vorrangig Kinder, Schwangere und Kranke aus Zelten in feste Unterkünfte zu verlegen, wie Innenbehördensprecher Frank Reschreiter betont. (ba)
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